Umfrage: Skepsis in Deutschland gegenüber neuartigen Lebensmitteln

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Arbeit an einer Statistik (Symbolbild).
- ©unsplash.com

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Bei Lebensmitteln, die aus tierischen Zellen oder Teilen von Tieren gezüchtet werden, ist die Skepsis in Deutschland einer Umfrage zufolge groß. 67 Prozent der im Auftrag der EU-Kommission Befragten gaben an, dass sie sich beim Verzehr solcher Produkte unwohl fühlen würden. Im EU-Durchschnitt fallen die Vorbehalte etwas geringer aus (62 Prozent).

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Untersucht wurde die Haltung zu verschiedenen sogenannten innovativen Lebensmitteln. Dazu zählen etwa Produkte aus tierischen Zellen oder neuartige pflanzliche Proteinprodukte.

Für die Umfrage wurden EU-weit 26.456 Menschen ab 15 Jahren befragt. In Deutschland waren es 1.507 Menschen, die zwischen Mai und Juni persönlich interviewt wurden.

Bei Obst und Gemüse deutlich offener

Am offensten zeigen sich die Befragten in Deutschland bei Lebensmitteln wie Obst und Gemüse, die mit modernen Techniken so entwickelt wurden, dass sie Dürre, Schädlingen oder extremem Wetter besser standhalten. 55 Prozent würden sich beim Verzehr solcher Produkte wohlfühlen (EU: 50 Prozent). Bei neuartigen pflanzlichen Proteinprodukten sind es 50 Prozent (EU: 47 Prozent), bei Lebensmitteln, die mithilfe von Mikroorganismen hergestellt wurden 49 Prozent (EU: 46 Prozent).

Insgesamt überwiegt dennoch eine zurückhaltende Haltung. 51 Prozent der Befragten in Deutschland haben eine negative Einstellung zu innovativen Lebensmitteln, 40 Prozent eine positive. Damit unterscheidet sich Deutschland kaum vom EU-Durchschnitt (EU: 51 beziehungsweise 39 Prozent).

Chancen für Landwirtschaft und Umwelt

Gleichzeitig sehen viele Befragte Vorteile. 66 Prozent in Deutschland stimmen der Aussage zu, dass Lebensmittelinnovationen Landwirten und Herstellern zusätzliche Möglichkeiten geben können, etwa um auf Klimawandel, Schädlinge, knappe Ressourcen oder Lieferprobleme zu reagieren (EU: 68 Prozent). 65 Prozent sehen Chancen für Forschung, Qualifikation und Arbeitsplätze in Europa (EU: 70 Prozent).

Viele fühlen sich schlecht informiert

Zugleich fühlen sich 70 Prozent der Befragten in Deutschland nicht gut über innovative Lebensmittel informiert (EU: 72 Prozent). Die größte Sorge sind mögliche langfristige und bislang unbekannte Auswirkungen auf die Gesundheit. Jeder Zweite in Deutschland nannte dies als eines seiner größten Bedenken (EU: 43 Prozent). Dass solche Lebensmittel stark verarbeitet oder unnatürlich sein könnten, nannten dagegen 27 Prozent (EU: 35 Prozent).

Groß ist zudem der Wunsch nach Transparenz. 85 Prozent der Befragten in Deutschland stimmen der Aussage zu, dass innovative Lebensmittel klar bezeichnet werden und transparente Angaben zu Herstellung, Zusammensetzung und Herkunft enthalten sollten (EU: ebenfalls 85 Prozent)./bro/DP/jha



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