tk accelis: Unscheinbarer Metallhändler mit verstecktem Ertragsjuwel
Julian Schick
Julian Schick
Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.
Kaum an der Börse, schon mit Kaufempfehlung: Berenberg traut der früheren thyssenkrupp-Sparte tk accelis kräftige Margengewinne zu und setzt das Kursziel auf 37 Euro.
Für dich zusammengefasst:
Berenberg bewertet tk accelis mit Buy und 37 Euro Kursziel.
tk accelis erzielte 11,4 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2024/25.
Solutions-Sparte bringt 46 Prozent des bereinigten EBITDA.
Die Abspaltung von thyssenkrupp (ThyssenKrupp Aktie) ist gerade einen Tag alt, da meldet sich die erste große Bank zu Wort. Berenberg nimmt tk accelis mit der Empfehlung Buy und einem Kursziel von 37 Euro in die Bewertung auf.
Gemessen am aktuellen Kurs von 27,19 Euro ergibt sich ein Potenzial von rund 36 Prozent. Analyst Robert-Jan van der Horst hält den Börsenwert von etwa 1,7 Milliarden Euro für zu niedrig. Vergleichsbewertungen mit Konkurrenten deuten sogar auf über 50 Euro hin.
tk accelis, früher als thyssenkrupp Materials Services bekannt, ist Europas größter Metallhändler ohne Bindung an ein Stahlwerk und gehört in Nordamerika zu den vier Größten. Im Geschäftsjahr 2024/25 kam der Konzern auf 11,4 Milliarden Euro Umsatz. Eingekauft wird bei rund 11.000 Lieferanten, die frühere Mutter steuert weniger als 7 Prozent bei. Diese Freiheit erlaube es, Kunden das zu liefern, was sie wirklich brauchen, statt Hochöfen auszulasten.
Die Profitabilität ist bislang mager. Die berichtete EBITDA-Marge lag zuletzt bei nur 1,2 Prozent, gedrückt von Sondereffekten über 97 Millionen Euro, darunter 54 Millionen Euro Markengebühren an thyssenkrupp. Diese fallen mit der Trennung weg, zudem sinken die Konzernkosten und das Effizienzprogramm MXimize greift. Berenberg rechnet bis 2029/30 mit einer Marge von 4,4 Prozent bei 14,2 Milliarden Euro Umsatz. Unter dem Strich soll aus einem Verlust von 34 Millionen Euro ein Gewinn von 292 Millionen Euro werden. Erste Fortschritte sind sichtbar: In den ersten neun Monaten stieg die bereinigte Marge von 1,8 auf 2,8 Prozent.
Als heimlichen Star sieht der Analyst die Sparte Solutions mit Logistik und digitalen Lieferkettendiensten. Sie bringt nur 12 Prozent des Umsatzes, aber 46 Prozent des bereinigten EBITDA. Wachstum soll vor allem aus Nordamerika kommen, wo ein 100 Millionen Dollar (Dollarkurs) schweres Programm Standorte in Texas, South Carolina und Mexiko stärkt.
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