Taiwans Vize-Präsidentin zu Geheimbesuch in Italien

dpa-AFX  | 
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Blick auf die Skyline von Taipeh (Taiwan) mit dem Wolkenkratzer Taipei 101 am Nachmittag.
- ©unsplash.com

TAIPEH/VENTOTENE (dpa-AFX) - Taiwans Vizepräsidentin Hsiao Bi-khim ist zu einem zunächst geheim gehaltenen Besuch in Italien eingetroffen. Sie werde an der Zweiten Europäischen Konferenz für Freiheit und Demokratie auf der kleinen Insel Ventotene teilnehmen, teilte das taiwanische Präsidialamt mit. Außenminister Lin Chia-lung begleite Hsiao, sagte Präsidialamtssprecherin Karen Kuo.

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Die dreitägige Konferenz mit bekannten Aktivistinnen wie der Kremlgegnerin Julia Nawalnaja und der belarussischen Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja wurde von der Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Pina Picierno, initiiert und vom italienischen Verbindungsbüro des Parlaments organisiert. Erst zu Konferenzbeginn am Donnerstag machte Picierno Hsiaos Besuch bekannt, der ihr zufolge wegen Drohungen Chinas gegen Taiwans Politiker zuvor geheim gehalten worden war.

Druck aus Peking

Chinas Kommunistische Partei zählt das unabhängig regierte Taiwan zum Gebiet der Volksrepublik. Peking sieht Taiwans regierende Demokratische Fortschrittspartei (DPP), der Hsiao angehört, als Separatisten, weil sie für eine Unabhängigkeit Taiwans steht, obwohl die Regierung eine formelle Erklärung dessen bislang nicht angestrebt hatte. Peking droht, Taiwan auch unter Einsatz des Militärs an sich binden zu wollen.

"Niemand kann darüber entscheiden, wer in Ventotene beherbergt wird und wer nicht", sagte Picierno. Vor allem dürfe nicht ein "Regime" wie das in China darüber entscheiden, erklärte sie, wie ein Video zeigte. Hsiaos Besuch sei eine "sehr wichtige Botschaft", sagte Picierno.

Seltene Auslandsreise

Es ist Hsiaos dritte Europa-Reise seit dem Wahlsieg der DPP 2024. Zuvor war sie im März 2024 als designierte Vizepräsidentin in Prag und im November 2025 in Brüssel gewesen. In Prag hatten chinesische Agenten ihre Wagenkolonne laut Medienberichten verfolgt, wobei es fast zu einem Zusammenstoß gekommen war. Der tschechische Geheimdienst brachte den Vorfall später mit einer chinesischen Operation in Verbindung, die sich gegen Hsiao richtete und aus Überwachung und Einschüchterung bestand.

Taiwan bemüht sich schon länger, die Beziehungen zu Europa durch hochrangige Besuche und parlamentarische Austauschprogramme zu vertiefen. China lehnt hochrangige Auslandsbesuche taiwanischer Amtsträger ab und versucht diese durch Druck einzuschränken./jon/DP/zb



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