- Bundespräsident Steinmeier besuchte Hefei, China.
- Chinas Handelsüberschuss mit Europa bereitet Sorgen.
- Das deutsche Handelsbilanzdefizit mit China lag bei 90 Mrd. Euro.
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Auch bei der technologischen Zusammenarbeit mit China gebe es Grund zu Selbstbewusstsein, sagte Steinmeier in der Millionenmetropole Hefei. Erste Gespräche der ihn begleitenden Wissenschaftsvertreter hätten gezeigt, wie wichtig in diesem Bereich Kooperationen nach wie vor angesehen würden.
Sorge wegen des hohen chinesischen Handelsüberschusses
Bei der Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen gebe es auch Sorgen, sagte Steinmeier und wies auf das jährlich wachsende Handelsdefizit zwischen China und Europa hin. "Der Handelsüberschuss, den China anhäuft, macht uns natürlich besorgt, weil das erfolgreiche Modell der wirtschaftlichen Zusammenarbeit in eine Inbalance gerät, ein Ungleichgewicht entsteht."
Europa müsse sich jetzt neu aufstellen und seine wirtschaftlichen Instrumente neu sortieren, betonte Steinmeier. "Wir müssen uns bemühen, dass die wirtschaftliche Zusammenarbeit nicht etwa aufhört, sondern dass sie fortgesetzt wird, aber zum beiderseitigen Nutzen."
Das deutsche Handelsbilanzdefizit mit China betrug im vergangenen Jahr knapp 90 Milliarden Euro. Laut Statistischem Bundesamt exportierte China nach Deutschland Waren im Wert von 170,6 Milliarden Euro, die deutschen Exporte nach China hatten einen Wert von 81,3 Milliarden Euro. EU-weit betrug das Defizit laut EU-Handelskommissar Maros Sefcovic im ersten Halbjahr 2026 fast 197 Milliarden Euro.
Besuch im VW-Entwicklungszentrum
Steinmeier besuchte am ersten Tag seiner sechstägigen Reise den VW-Standort Hefei. Er schaute sich das Forschungs- und Entwicklungszentrum von Volkswagen an, in dem der mit großen Absatzproblemen kämpfende deutsche Autobauer Fahrzeuge für den wichtigen chinesischen Markt entwirft. "Hier am Standort schlägt das Herz unserer "In China für China-Strategie"", erläuterte der Geschäftsführer der Volkswagen Gruppe China, Ralf Brandstätter. Diese Strategie sei auch die Antwort von VW auf den immer intensiver werdenden Wettbewerb in China.
Es handele sich um das größte Entwicklungszentrum des VW-Konzerns außerhalb Deutschlands mit mehr als 3.000 Fahrzeug- und Software-Ingenieuren. "Wir fokussieren uns hier aber nur auf smarte Elektrofahrzeuge, also keine Verbrenner mehr", sagte Brandstätter. Das Unternehmen entwickele in Hefei neue Autos 30 Prozent schneller und bis zu 40 Prozent günstiger als bisher./sk/DP/mis
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