Über viele Jahre hinweg mussten Silberbefürworter Geduld beweisen. Der Preis bewegte sich zäh, Rückschläge waren häufig, und Skeptiker erklärten den Markt regelmäßig für strukturell unattraktiv. Mit dem nachhaltigen Ausbruch über die seit rund 45 Jahren bestehende Widerstandsmarke bei 50 US Dollar hat sich dieses Bild jedoch schlagartig gewandelt.
Florian Grummes spricht in seinem Marktbericht von einem fundamentalen und zugleich psychologischen Wendepunkt. Der erste Anstieg bis auf 54,48 US Dollar Mitte Oktober wurde zwar noch von einem heftigen Rücksetzer bis auf 45,55 US Dollar unterbrochen. Doch seit Ende Oktober halten die Bullen laut Grummes das Ruder wieder fest in der Hand. Ausgehend von diesem Korrekturtief legte der Silberpreis innerhalb weniger Wochen um weitere rund 38 Prozent zu und erreichte zuletzt ein neues Allzeithoch. Bemerkenswert ist dabei nicht nur die Geschwindigkeit der Bewegung, sondern auch ihre Breite. Sämtliche charttechnischen Widerstände wurden überrannt, während das Handelsvolumen deutlich anzog. Silber hat sich damit klar von anderen Anlageklassen abgesetzt und sogar Gold hinter sich gelassen, das weiterhin in einer zähen Konsolidierung oberhalb von 4.200 US Dollar verharrt.
Für Grummes kommt diese Entwicklung nicht aus dem Nichts. Ein zentraler Treiber ist die jüngste Kehrtwende der US Notenbank. Mit dem Start monatlicher T Bill Käufe in Höhe von rund 40 Milliarden US Dollar sende die Federal Reserve ein deutliches Signal. Die Phase der quantitativen Straffung gehe schrittweise in eine Form verdeckter Bilanzausweitung über.
Diese Form eines sogenannten Cash QE wirkt laut Grummes gleich doppelt zugunsten von Silber. Zum einen reduziert sie den realen Finanzierungsdruck im System, zum anderen untergräbt sie das Vertrauen in die Kaufkraft des US Dollars. Zwar bleiben die nominalen Zinsen hoch genug, um Anleihen auf den ersten Blick attraktiv erscheinen zu lassen. Doch real, also nach Inflation, geraten die Renditen zunehmend unter Druck. In einem solchen Umfeld flüchten Anleger verstärkt in knappe Sachwerte. Silber profitiert dabei stärker als Gold, da es nicht nur als monetärer Inflationsschutz wahrgenommen wird, sondern gleichzeitig eine zentrale Rolle in der industriellen Wertschöpfung spielt.
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Genau hier liegt einer der entscheidenden strukturellen Unterschiede zwischen Gold und Silber. Während Gold nur etwa zehn Prozent seiner Nachfrage aus industriellen Anwendungen bezieht, liegt dieser Anteil bei Silber bereits bei rund 60 Prozent und steigt weiter.
Laut Grummes entwickelt sich Silber zunehmend vom klassischen Investmentmetall zum Flaschenhals der Energiewende. Die Nachfrage aus Bereichen wie Photovoltaik, Elektromobilität und Elektronik wächst dynamisch. Prognosen gehen davon aus, dass die industrielle Silbernachfrage allein im Jahr 2025 erneut zweistellig zulegen könnte. Sollten der Ausbau von Solarkapazitäten und die Elektrifizierung weiter in diesem Tempo voranschreiten, könnte die Industrie bis Mitte der 2030er Jahre einen Großteil der weltweiten Minenproduktion absorbieren. Für Investoren bliebe physischer Zugang dann nur noch über deutlich höhere Preise möglich. Silber würde damit endgültig zu einer strategischen Ressource.
Dem wachsenden Bedarf steht ein stagnierendes Angebot gegenüber. Die globale Silberminenproduktion tritt seit Jahren auf der Stelle. Bereits 2024 war laut Branchenanalysen das vierte Jahr in Folge von einem deutlichen Angebotsdefizit geprägt. Der Verbrauch überstieg die Förderung klar. Hinzu kommt, dass die offiziell gemeldeten Lagerbestände an westlichen Handelsplätzen wie der COMEX zwar existieren, der tatsächlich frei verfügbare physische Bestand jedoch deutlich geringer ist, als viele Marktteilnehmer annehmen. In einem derart engen Markt können bereits moderate zusätzliche Kaufwellen erhebliche Preisbewegungen auslösen.
Zusätzliche Brisanz erhält die Situation durch die jüngsten Entscheidungen Chinas. Nach massiven Silberabflüssen von rund 660 Tonnen im Oktober plant das Land ab Januar 2026 strengere Exportlizenzen. Damit entwickelt sich China vom Lieferanten zunehmend zum Gatekeeper des globalen Silbermarktes.
China produziert rund 15 Prozent des weltweiten Silbers, absorbiert jedoch mehr als die Hälfte der industriellen Nachfrage. Durch die neue Exportpolitik bleibt Rohsilber im Land, während veredelte Produkte ausgeführt werden. Für westliche Industrien bedeutet dies höhere Inputkosten, längere Lieferketten und eine zunehmende strategische Abhängigkeit. Für Grummes ist dies ein weiterer Baustein in der Neubewertung von Silber als kritische Infrastruktur Ressource, vergleichbar mit seltenen Erden oder strategischen Metallen.
Auch aus technischer Sicht sieht Grummes den Markt in einer außergewöhnlichen Phase. Nach dem nachhaltigen Ausbruch über 54,48 US Dollar bewegt sich der Silberpreis nahezu vertikal durch charttechnisch kaum definiertes Terrain. Das obere Bollinger Band öffnet Raum bis in den Bereich um 63,5 US Dollar.
Darüber hinaus rückt die psychologisch wichtige Marke von 70 US Dollar in den Fokus. Ein klassischer Measured Move ausgehend vom Tief bei 48,63 US Dollar würde sogar Kursziele um 72 US Dollar nahelegen. Diese Projektionen gelten laut Grummes kurzfristig als realistisch und könnten bereits in den kommenden Wochen erreicht werden. Gleichzeitig mahnt er zur Vorsicht. Nach einer derart dynamischen Bewegung wäre eine Verschnaufpause technisch gesund. Auch wenn ein Durchmarsch bis in deutlich höhere Regionen nicht ausgeschlossen sei, benötige selbst ein starker Markt gelegentlich Zeit zur Konsolidierung.
Der Silberpreis hat im Jahr 2025 ein neues Kapitel aufgeschlagen. Mit dem Ausbruch über 50 US Dollar wurde eine jahrzehntelange Deckelung beendet. Unterstützt von geldpolitischen Impulsen, struktureller Angebotsknappheit und einer stark wachsenden industriellen Nachfrage hat sich Silber vom Nachzügler zum Taktgeber im Edelmetallsektor entwickelt. Während Gold noch Kraft sammelt, sendet Silber bereits klare Signale. Kurzfristig erscheinen laut Florian Grummes Kurse oberhalb von 70 US Dollar plausibel. Langfristig hält er auch deutlich höhere Preisregionen für möglich. In einem Umfeld zunehmender Unsicherheit, geopolitischer Spannungen und fragiler Finanzstrukturen könnten Edelmetalle damit erneut jene Rolle einnehmen, die sie historisch immer dann gespielt haben, wenn Vertrauen zur knappen Ressource wurde.
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