Siemens: Rechenzentren spülen Milliarden in die Kassen
Julian Schick
Julian Schick
Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.
Siemens überzeugt im dritten Quartal dank eines Booms bei Rechenzentren und hebt die Jahresziele an. Doch in der sparteninternen Automatisierung läuft die Erholung zäher als erhofft. Berenberg hebt das Kursziel an.
Für dich zusammengefasst:
Siemens steigert Gewinnerwartungen für das Geschäftsjahr.
Der Konzernumsatz kletterte auf 20,8 Milliarden Euro.
Reingewinn betrug 2,6 Milliarden Euro im letzten Quartal.
Der Münchner Industrie-Konzern Siemens (Siemens Aktie) hat für das dritte Quartal überraschend starke Zahlen vorgelegt und seine Gewinnerwartungen für das laufende Geschäftsjahr aufgestockt. Hauptmotor dieser Entwicklung ist die Sparte Smart Infrastructure, die maßgeblich vom weltweiten Ausbau von Rechenzentren profitiert. Hier schossen die Auftragseingänge im Vergleich zum Vorjahr dreistellig nach oben und bescherten dem Segment einen Rekordwert von acht Milliarden Euro.
Gesamthaft kletterte der Konzernumsatz im abgelaufenen Jahresviertel um acht Prozent auf 20,8 Milliarden Euro. Das Ergebnis der industriellen Segmente sprang sogar um ein Viertel auf den Rekordwert von 3,5 Milliarden Euro.
Unter dem Strich verblieb ein Reingewinn von 2,6 Milliarden Euro. Neben dem robusten Betriebsergebnis halfen hierbei auch Zollrückerstattungen bei der Medizintechnik-Tochter Healthineers. Zudem übertraf der freie Cashflow mit 4,1 Milliarden Euro die Erwartungen deutlich. Die Konzernführung rechnet für das Gesamtjahr nun mit einem bereinigten Ergebnis je Aktie von 11,20 bis 11,50 Euro, nachdem zuvor bestenfalls 11,10 Euro im Raum standen.
Nicht alle Konzernbereiche glänzten jedoch gleichermaßen. Während die Infrastruktursparte ihre Marge auf 20 Prozent ausbaute, verharrt die Erholung im Automatisierungsgeschäft der Digital Industries auf einem verhaltenen Niveau. Trotz eines leichten Auftragsplus zeigten sich im Juni Dämpfer auf dem chinesischen Markt, wenngleich sich die Lage im Juli wieder beruhigte. Dass Siemens in dieser Sparte keine Zielanhebung ansetzte, bremste die Euphorie der Anleger am Ergebnistag leicht ein.
Die Analysten des Bankhauses Berenberg werten die Zahlen dennoch positiv und bestätigen ihre Kaufempfehlung. Sie schrauben ihr Kursziel für die Siemens-Aktie von zuvor 320,00 Euro auf nun 330,00 Euro nach oben.
Das Expertenteam verweist auf die ungebrochene Dynamik bei der Elektrifizierung sowie die schrittweise Erholung im Automatisierungssektor. Zudem bleibt die geplante Abspaltung von Healthineers nach der Bestätigung steuerlicher Fragen im Zeitplan für die Aktionärsabstimmung im Februar 2027.
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