WENDEN (dpa-AFX) - Die Sprengung einer Autobahn-Brücke im Sauerland verlief anders als erhofft. Wie eine Sprecherin der Autobahn GmbH sagte, blieben vier der zwölf Stützen nach der Detonation stehen. Die Platte auf den Säulen blieb liegen. Das sei nicht geplant gewesen. "Die Brücke wurde nicht vollständig gesprengt - der Sprengmeister wird noch einmal Sprengladungen anbringen und gegen Mittag nachsprengen." Warum die erste Sprengladung mit etwa 160 Kilo Sprengstoff nicht gereicht habe, könne man nicht sagen.
Für dich zusammengefasst:
Die Sprengung der Talbrücke Ottfingen verlief nicht planmäßig.
Vier von zwölf Stützen blieben nach der Detonation stehen.
Die Autobahn zwischen Olpe-Süd und Freudenberg ist gesperrt.
Es geht um die in die Jahre gekommene Talbrücke Ottfingen an der A45. Mit der Sprengung wird Platz geschaffen für einen Neubau. Während der Bauzeit läuft der Verkehr über eine andere Brücke, die direkt daneben ist. Am Sonntag war der Verkehr zwischen den Anschlussstellen Olpe-Süd und Freudenberg in beide Fahrtrichtungen aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die Sperrung sollte zunächst schon gegen Mittag aufgehoben werden, wegen der notwendigen zweiten Sperrung verzögert sich diese Freigabe aber nun. Wann der Verkehr voraussichtlich wieder rollt, könne sie nicht sagen, so die Autobahn-Sprecherin.
Wer am Sonntag in die Sommerferien startet, könnte also etwas länger unterwegs sein - die Autobahn liegt auf der wichtigen Nord-Süd-Achse vom Ruhrgebiet ins Rhein-Main-Gebiet.
Vor der Sprengung hatten Experten Sprengstoff in 530 Bohrlöchern platziert und 900 Meter Zündschnüre verlegt. Auf das Kommando "Drei, zwei, eins - Zündung" des Sprengmeisters stürzte der Betonkoloss etwa 30 Meter tief senkrecht nach unten. Schaulustige konnten das Spektakel nur aus weiter Ferne verfolgen. Abseits der Sicherheitszone gab es keinen Standort mit freier Sicht auf die komplette Brücke.
Dauerbaustelle Sauerland-Talbrücken
Durch gestiegene Verkehrsbelastung und schwerere Lkw sind etliche Brücken der sogenannten Sauerlandlinie von Dortmund nach Frankfurt so stark belastet, dass sie dringend ersetzt werden müssen. Die Talbrücke Ottfingen stammt aus dem Jahr 1971 - und gehört damit zu den insgesamt 60 Großbrücken, die auf der Strecke schrittweise erneuert werden müssen.
Zwölf sind inzwischen neu gebaut. Zwölf weitere befinden sich im Bau, darunter auch die Talbrücke Rahmede, die Ende 2021 wegen Einsturzgefahr gesperrt und später komplett gesprengt wurde. Seit 2025 fließt der Verkehr bei Lüdenscheid wieder über die erste Brückenhälfte./fld/DP/zb
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