Das russische Staatsfernsehen zeigte die weißen Lastwagen des Zivilschutzministeriums an einer befahrenen Straße. Bereits am Vortag hatte Sorin im Telegram-Kanal des Verteidigungsministeriums ein Video veröffentlicht, auf dem die Lastwagen mit den Kühlcontainern zu sehen waren. Im Inneren lagen weiße Säcke, in denen die Überreste der ukrainischen Soldaten sein sollen.
Ukraine wirft Russland "schmutzige Spielchen" vor
Kiew wollte sich dagegen nicht von Moskau unter Druck setzen lassen. "Wer, wann und wie wen ablöst, sollte nicht allein in der Hand von irgendjemandem liegen", schrieb Kirill Budanow, Leiter des militärischen Geheimdienstes HUR, auf Telegram. Er sprach von "zynischen Versuchen einiger russischer Propagandisten, über menschliches Leid zu spekulieren". Die Rückführungsaktion solle - wie in Istanbul vereinbart - in der nächsten Woche beginnen. "Alles läuft nach Plan, trotz des schmutzigen Informationsspiels des Feindes."
Der ukrainische Koordinierungsstab hatte erklärt, dass die russische Seite ohne genaue Terminabsprache den Zeitpunkt der Übergabe der Toten eigenmächtig festgelegt habe. Alle toten Soldaten würden heimgeholt. Auch der Stab sprach in einer Mitteilung bei Telegram von "schmutzigen Spielchen" und forderte die russische Seite auf, zu einer konstruktiven Arbeit zurückzukehren.
Russische Seite veröffentlicht Listen der Toten
Der im russisch kontrollierten Teil des ukrainischen Gebiets Saporischschja eingesetzte Besatzungschef, Jewgeni Balizki, veröffentlichte in seinem Telegram-Kanal die Personalien und Todesorte der gefallenen Soldaten. Viele starben demnach im russischen Gebiet Kursk, in dem ukrainische Truppen im August vorigen Jahres Dutzende Ortschaften erobert hatten. Russland hatte bei der Rückeroberung von großen Verlusten der ukrainischen Streitkräfte gesprochen.
Die Rückgabe der Leichen und ein neuer Gefangenenaustausch mit 1.200 Inhaftierten auf jeder Seite war Anfang des Monats in Istanbul bei direkten Verhandlungen von Vertretern Kiews und Moskaus vereinbart worden. Auch ein Termin für den eigentlich an diesem Wochenende erwarteten Gefangenenaustausch war nicht klar./mau/DP/he
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