CONSTANTA/BUKAREST (dpa-AFX) - Vor der rumänischen Schwarzmeerküste unweit der Grenze zur Ukraine ist nach Angaben von Rumäniens Präsident Nicusor Dan erneut ein Handelsschiff von einer Drohne getroffen worden. Ein Seemann sei ums Leben gekommen, neun seien gerettet worden, berichteten mehrere rumänische Medien unter Berufung auf die für die Rettungsaktionen zuständige Schifffahrtsbehörde in der Hafenstadt Constanta. Nach drei weiteren vermissten Seeleuten werde gesucht. Das Schiff sei gekentert und drohe zu sinken, berichtete das Innenministerium in Bukarest.
Für dich zusammengefasst:
Ein Handelsschiff wurde vor Rumänien von einer Drohne getroffen.
Ein Seemann starb, neun wurden gerettet, drei sind vermisst.
Es ist bereits das vierte solche Unglück im Oktober.
Staatspräsident Dan bezeichnete den Vorfall als weiteren "Eskalationsversuch Russlands" im Zusammenhang mit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine. In diesem Kontext "ist ein Schiff von einer Drohne getroffen worden", sagte Dan im rumänischen Fernsehsender Digi24. Ob eine russische Drohne das Schiff traf, sagte Dan nicht.
Zu dem Unglück kam es 13 Seemeilen von Constanta entfernt im Schwarzen Meer und demnach knapp außerhalb der rumänischen Hoheitsgewässer, wie Medien unter Berufung auf die Schifffahrtsbehörde berichteten. Die Besatzung des Schiffs - zehn Ukrainer und drei Aserbaidschaner - das unter der Flagge der Komoren unterwegs war, habe noch einen Notruf absetzen können.
Nicht der erste Vorfall im Oktober
Es ist das vierte Handelsschiff, das allein im Oktober vermutlich durch Drohnen-Treffer vor der rumänischen Küste verunglückt ist. Erst vor gut einer Woche waren im Abstand von wenigen Tagen zwei Handelsschiffe nahe Sulina an der Mündung der Donau ins Schwarze Meer von Drohnen getroffen worden. Anfang Oktober war zudem ein weiteres Schiff mit ukrainischem Getreide nahe dem rumänischen Donau-Schwarzmeer-Ort Sfantu Gheorghe betroffen.
Zuletzt häuften sich im Schwarzen Meer die Drohnenangriffe auf Handelsschiffe. In den vergangenen Tagen gerieten auch mehrere Schiffe in Schwarzmeer-Wirtschaftszonen des Nachbarlands Bulgarien ins Visier. Beide Länder verlangen deswegen von der Nato mehr Unterstützung für die Sicherheit im Schwarzen Meer. Im rumänischen Luftraum werden seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die benachbarte Ukraine immer wieder Drohnen gesichtet./kl/DP/jha
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