BERLIN (dpa-AFX) - Wohnen in umgebauten Büros: Bauherren können ab Mittwoch (1. Juli) bis zu 30.000 Euro Fördergeld pro neuer Wohneinheit in bislang leerstehenden Gewerbeimmobilien beantragen. "Wir stellen 300 Millionen Euro bereit, um ungenutzten Büro- und Gewerbeimmobilien eine zweite Chance zu geben", sagte Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) in Berlin. Die Förderung fließt als Zuschuss, der Deckel liegt bei 300.000 Euro je Investor.
Für dich zusammengefasst:
Bauherren können bis zu 30.000 Euro Fördergeld beantragen.
300 Millionen Euro Fördermittel stehen für das Programm bereit.
Experten schätzen Tausende Wohnungen in leeren Büroflächen.
Hubertz hatte das neue Förderprogramm "Gewerbe zu Wohnen" schon im April angekündigt, nun ist es startklar. Es geht um leere Läden und Büros oder auch die alte Dorfgrundschule, wie Hubertz sagte. "Das sind Gebäude, die einmal voller Leben waren, und nun stillstehen, während so viele Menschen nach Wohnraum suchen." Mehr als zwölf Millionen Quadratmeter Büroflächen stünden leer. Würden sie genutzt, spare dies Ressourcen und bringe neues Leben in die Zentren.
Hubertz informierte sich in Berlin über den Umbau eines Gebäudes im Zentrum, in dem einmal der Berliner Rundfunk untergebracht war und das lange leer stand. Künftig würden hier Menschen zu bezahlbaren Preisen leben können, meinte die SPD-Politikerin.
Potenzial für Tausende Wohnungen
Experten schätzen, dass in leerstehenden Büros Tausende Wohnungen in Metropolen entstehen könnten. Nach früheren Berechnungen des Immobilienspezialisten Jones Lang LaSalle (JLL) bieten allein ungenutzte Büroflächen das Potenzial für rund 11.000 Wohnungen in den sieben größten Städten. Das Ifo-Institut ging 2024 sogar von bis zu 60.000 möglichen Wohnungen in diesen Großstädten aus. Doch gibt es viele Hürden.
Ifo erklärte, in vielen Fällen rechne sich der Umbau nicht, denn teils müssen die für ganz andere Zwecke entworfenen Flächen sehr aufwendig und teuer umgebaut werden. Dazu kommt, dass die Baukosten in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind. Zudem sind Bürogebäude nicht immer auch attraktive Wohnorte, etwa, wenn die Anbindung an Schulen, Nahverkehr, Kindergärten, Geschäfte oder Parks fehlt./vsr/DP/stw
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