BROKDORF (dpa-AFX) - Der letzte Transport mit radioaktiven Abfällen aus der Aufarbeitungsanlage Sellafield in Großbritannien hat Deutschland erreicht. Wie ein Sprecher der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) mitteilte, traf das Schiff mit den letzten sieben Castor-Behältern aus der Wiederaufbereitung am Morgen in Brunsbüttel ein. Dort hat bereits das Verladen auf Spezial-Lkw begonnen. Zuvor hatten Medien berichtet.
Für dich zusammengefasst:
Der letzte Transport radioaktiver Abfälle aus Sellafield erreichte Deutschland.
Die Behälter sollen in das Zwischenlager in Brokdorf transportiert werden.
Es ist der erste Transport von Atommüll aus der Wiederaufbereitung nach Schleswig-Holstein.
Die Behälter sollen voraussichtlich am Mittwoch in das Zwischenlager des stillgelegten Kernkraftwerks Brokdorf (Kreis Steinburg) an der Elbe transportiert werden. Die genaue Route ist geheim. Dort befinden sich bereits 76 Atommüllbehälter.
Es handele sich um den ersten Transport von radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufbereitung nach Schleswig-Holstein überhaupt, sagte der Sprecher. In Brokdorf soll der Müll zwischengelagert werden, bis es einen Ort für die Endlagerung von hochradioaktivem Müll in Deutschland gibt.
Spezialschiff
Das Spezialschiff liegt im Elbehafen in Brunsbüttel. Es sind mehrere Einsatzkräfte vor Ort und sichern das Gelände des Hafens ab, wie eine Polizeisprecherin sagte. Bislang habe es keine Demonstration gegeben.
Das Bündnis "Castor-Stoppen" kündigte für den Nachmittag (17.30 Uhr) eine Kundgebung vor dem AKW Brokdorf an. "Was die Geheimhaltung betrifft, haben die Verantwortlichen gegenüber der letzten vergleichbaren Anlieferung in 2025 nach Nordenham ihre Hausaufgaben gemacht", sagte Kerstin Rudek vom Bündnis "Castor-Stoppen". "Wir werten das als ein Eingeständnis, dass die Transporte gefährlich und ein potentielles terroristisches Ziel sind." Das Bündnis rechnet damit, dass sich die Lkw in der Nacht zum Mittwoch mit Geleitschutz auf den Weg in die Zwischenlagerhalle machen.
Bei dem Atommüll handelt es sich um Überreste von Brennelementen aus deutschen Kernkraftwerken, die in England aufgearbeitet wurden. Deutschland hat sich völkerrechtlich zur Rücknahme dieses Mülls verpflichtet. Die Rückführung von Atommüll aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague war bereits 2024 abgeschlossen worden./akl/DP/jha
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