- Die US-Regierung sendet widersprüchliche Signale zu Grönland.
- Präsident Trump fordert einen Plan zum Kauf der Insel an.
- Dänemark und europäische Partner weisen US-Ansprüche zurück.
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Präsident Donald Trumps Sprecherin Karoline Leavitt erklärte zum amerikanischen Anspruch auf Grönland am Dienstagabend (Ortszeit): "Der Präsident und sein Team erörtern eine Reihe von Optionen, um dieses wichtige außenpolitische Ziel zu erreichen, und selbstverständlich steht dem Oberbefehlshaber der Einsatz des US-Militärs jederzeit als Option zur Verfügung."
Trump soll neuen Plan zum Ankauf Grönlands verlangt haben
Außenminister Marco Rubio, der aktuell auch Trumps Nationaler Sicherheitsberater ist, sagte Medienberichten zufolge in einer vertraulichen Sitzung mit US-Abgeordneten, dass die jüngsten Drohungen keine militärische Invasion signalisieren sollten. Das Ziel sei ein Kauf Grönlands, berichteten das "Wall Street Journal" und die "New York Times" unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Sitzung fand am Montag statt.
Unter Berufung auf Beamte berichtete die "New York Times" weiter, dass Präsident Donald Trump seine Mitarbeiter um die Vorlage eines aktualisierten Plans für einen Erwerb der Insel gebeten habe. Trump hatte einen solchen Plan bereits während seiner ersten Amtszeit ins Spiel gebracht.
Dänemark und Europäer wehren sich gegen US-Vorstöße
Dänemark hat den US-Anspruch auf Grönland und die militärischen Drohungen entschieden zurückgewiesen. Regierungschefin Mette Frederiksen sagte: "Wenn die USA ein anderes Nato-Land angreifen, dann hört alles auf." Das wäre das Ende des westlichen Verteidigungsbündnisses und damit auch der seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bestehenden Sicherheitsarchitektur.
In einer gemeinsamen Erklärung machten Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Spanien, Großbritannien und Dänemark am Dienstag klar: Grönland gehört den Grönländern. "Es ist allein Sache Dänemarks und Grönlands, über Angelegenheiten zu entscheiden, die Dänemark und Grönland betreffen", hieß es in der auch von Bundeskanzler Friedrich Merz unterzeichneten Erklärung. Auch die Regierung in Grönland, wo nur rund 57.000 Menschen leben, lehnt die Begehrlichkeiten der US-Regierung ab.
Gegenwind auch im US-Kongress
Im US-Kongress gibt es in der Sache ebenfalls vereinzelt Kritik an Trumps Regierung. Die demokratische Senatorin Jeanne Shaheen und der republikanische Senator Thom Tillis, beide Mitglieder im Auswärtigen Ausschuss, teilten mit: Wenn Dänemark und Grönland klarstellten, dass die Insel nicht zum Verkauf stehe, müssten die USA ihre Vertragsverpflichtungen einhalten und die Souveränität des Königreichs Dänemark respektieren.
Trump verweist bei seinen Grönland-Besitzansprüchen immer wieder auch auf China und Russland. Wenn man sich Grönland entlang der Küste anschaue, sehe man überall russische und chinesische Schiffe, meint er. Es gehe nicht um Mineralien oder Öl (Rohöl), davon hätten die USA selbst genug. Die USA bräuchten Grönland für ihre nationale Sicherheit, argumentiert er. Trumps jüngste Äußerungen dazu folgten auf den US-Militäreinsatz in Venezuela und die weltweite Sorge, er könnte seinen Blick nun auch auf weitere Regionen werfen.
Klimawandel verstärkt Bedeutung Grönlands
Die größte Insel der Welt liegt zwischen den USA, Russland und Europa und ragt weit in den Polarkreis hinein. Aufgrund des Klimawandels wird die Arktis zunehmend für die zivile und militärische Schifffahrt interessant. Zudem werden in Grönland auch Vorkommen wichtiger Mineralien, darunter seltene Erden, vermutet. Seltene Erden stecken in allerlei täglichen Gebrauchsgegenständen wie Smartphones, Laptops und Fernsehern.
Trump hatte bereits 2019 in seiner ersten Amtszeit einen Besitzanspruch auf Grönland geäußert und wollte die Insel für die USA kaufen. Die Dänen hatten zunächst an einen Scherz geglaubt. Seitdem hat der US-Präsident seine Ansprüche auf die Arktisinsel mehrfach erneuert und dabei auch militärische Gewalt nicht ausgeschlossen, um Grönland unter seine Kontrolle zu bringen.
USA unterhalten in Grönland Militärstützpunkt
Die USA haben schon jetzt weitgehende Rechte, die Insel zur eigenen Verteidigung zu nutzen - unter anderem durch ein Verteidigungsabkommen von 1951. Im abgeschiedenen Pituffik, etwa 1.500 Kilometer nördlich der Hauptstadt Nuuk, betreibt das US-Militär seit langem einen Militärstützpunkt. Dieser unterstützt Raketenwarnsysteme sowie Raketenabwehr- und Weltraumüberwachungsmissionen.
Grönland war bis 1953 eine Kolonie Dänemarks, hat aber seit 1979 immer größere Selbstverwaltungsrechte erhalten und ist inzwischen weitgehend autonom. Über Bereiche wie Außen- und Verteidigungspolitik entscheidet weiter Dänemark - durch die Anbindung an das Königreich ist Grönland auch Teil der Nato./rin/DP/zb
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