- Der General Wladimir Alexejew ist schwer verletzt.
- Ein Täter hat ihn in einem Wohnhaus in Moskau angeschossen.
- Ein Strafverfahren wegen versuchten Mordes wurde eingeleitet.
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Medienberichten zufolge ereignete sich die Tat am frühen Morgen und damit kurz nach dem Ende einer Verhandlungsrunde zu einem Ende Ukraine-Krieges in Abu Dhabi. Der General sei in seinem Wohnhaus vor dem Fahrstuhl mehrmals in den Rücken geschossen worden, berichtete der den russischen Sicherheitsorganen nahestehende Telegramkanal Mash. Mindestens drei Kugeln hätten den Geheimdienstler getroffen - zwei im Bauchbereich, eine im Bein. "Alexejew hat sehr viel Blut verloren", schrieb Mash.
Gesucht wird nach einem mittelgroßen Mann zwischen 35 und 45 Jahren. Der Verdächtige soll bei seiner Flucht mehrfach von Kameras erfasst worden sein. Moskau hat bereits vor Jahren ein umfassendes Überwachungssystem mit mehr als 200.000 Kameras in den Hauseingängen und Höfen eingerichtet. Viele von ihnen sind mit einem System zur Gesichtserkennung verbunden.
Geboren in der Ukraine, Militärkarriere in Russland
Öffentlich zugänglichen Angaben nach wurde Alexejew im Gebiet Winnyzja in der heutigen Ukraine geboren. Seine gesamte noch in Sowjetzeiten beginnende militärische Karriere hat er aber in Russland verbracht. Dort war er zuletzt Vizechef des Armeegeheimdienstes GRU. Während des Syrien-Kriegs leitete er die Geheimdienstaktionen des russischen Militärs in dem Nahoststaat.
Nach Medienberichten war er nach Beginn des von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Kriegs in der Ukraine auch für die Aufstellung und Organisation von sogenannten Freiwilligenbataillonen mitverantwortlich. In Kiew wird er zudem wegen der Bereitstellung von Daten für die Luftschläge gesucht, bei denen auch mehrfach zivile Objekte zerstört wurden und Zivilisten ums Leben kamen.
Vom Westen sanktioniert
Auf westlichen Sanktionslisten steht er seit Jahren unter anderem wegen des Vorwurfs der Organisation von Cyberkriminalität und der Verbreitung des Nervenkampfstoffs Nowitschok im Zuge der Affäre um die versuchte Tötung des übergelaufenen Geheimdienstagenten Sergej Skripal in Großbritannien.
Es ist nicht das erste Mal, dass hochrangige russische Militärs zur Zielscheibe von Attentaten werden. Im April 2025 kam Generalleutnant Jaroslaw Moskalik durch die Explosion einer Autobombe ums Leben. Im Dezember 2024 war mit Igor Kirillow der Chef der russischen ABC-Abwehrtruppen ebenfalls durch einen Bombenanschlag getötet worden. Der ukrainische Geheimdienst bekannte sich zu der Tat. Russland hat die Anschläge als Terrorismus und als Zeichen dafür, dass Kiew nicht an einem Frieden interessiert sei, verurteilt.
Moskau erhebt Vorwürfe gegen Kiew
Auch in diesem Fall hat Außenminister Sergej Lawrow schwere Vorwürfe gegen die Ukraine erhoben. Er sah eine Tatbeteiligung der Führung in Kiew unter Präsident Wolodymyr Selenskyj als erwiesen an. "Dieser Terrorakt hat erneut die Ausrichtung des Selenskyj-Regimes auf ständige Provokationen bestätigt, die wiederum darauf zielen, den Verhandlungsprozess zu untergraben", sagte der russische Chefdiplomat. Moskau werde darüber entscheiden, wie sich der Anschlag auf den Verhandlungsprozess auswirke.
Er hoffe, dass Alexejew überlebe und wieder auf die Beine komme, sagte derweil Kremlsprecher Dmitri Peskow in einer ersten Reaktion. "Dass derartig (hochrangige) Befehlshaber und Spezialisten sich während des Kriegs in Gefahr befinden, ist eindeutig." Es sei allerdings Aufgabe des eigenen Geheimdienstes, diese Personen zu schützen, forderte er.
Brisanter Zeitpunkt des Anschlags
Der Anschlag auf Alexejew kommt zu einem heiklen Zeitpunkt: In Abu Dhabi am Persischen Golf ist erst am Donnerstag eine Verhandlungsrunde über die Beendigung des seit vier Jahren währenden russischen Angriffskriegs in der Ukraine zu Ende gegangen. Die russische Delegation wurde dabei von Igor Kostjukow angeführt, dem Chef des russischen Militärgeheimdienstes GRU und unmittelbaren Vorgesetzten Alexejews.
Die Verhandlungen, die im Januar begonnen haben und nach monatelanger Funkstille auch erstmals wieder beide Kriegsparteien an einen Tisch brachten, werden von allen Beteiligten als produktiv bezeichnet. Als greifbares Ergebnis gibt es bislang einen Gefangenenaustausch. Als schwierigstes Thema gilt weiterhin die russische Forderung an die Ukraine nach der Abtretung weiterer Gebiete./bal/DP/stw
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