REDMOND (dpa-AFX) - Microsoft ist überraschen stark in das laufende Geschäftsjahr 2026/27 gestartet. Getrieben von einem abermals hohen Wachstum der Cloud-Plattform Azure legte der Erlös im Jahresvergleich um fast ein Fünftel auf 92,3 Milliarden US-Dollar (82,7 Mrd Euro) zu. Der Gewinn kletterte um ein Drittel auf 36,6 Milliarden Dollar (Dollarkurs), wie das Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss in Redmond mitteilte. Finanzchefin Amy Hood rechnet auch im laufenden Quartal mit deutlichen Zuwächsen. Das Unternehmen will weiter viel Geld investieren, um das Wachstum anzukurbeln. Dafür besorgt es sich nun Milliarden am Anleihemarkt.
Für dich zusammengefasst:
Microsoft startet stark ins Geschäftsjahr 2026/27.
Der Erlös stieg um fast ein Fünftel auf 92,3 Milliarden Dollar.
Das Unternehmen plant, mindestens 25 Milliarden Dollar Anleihen auszugeben.
Umsatz und Ergebnis im ersten Quartal lagen über den durchschnittlichen Analystenschätzungen. Der Ausblick auf das Geschäft in den drei Monaten bis Ende Dezember überzeugte ebenfalls. Zudem überraschte Microsoft bei den Investitionen positiv. Diese waren nicht ganz so hoch wie erwartet. An der Börse kamen die Nachrichten nicht gut an. Die Aktie verlor nach deutlichen vorbörslichen Gewinnen im frühen Handel 1,5 Prozent auf 523 Dollar - unter anderem auch, weil Microsoft erstmals seit vielen Jahren den Anleihemarkt in großem Stil anzapfen will. Damit ist das bisherige Rekordhoch der Aktie von etwas mehr als 555 Dollar aus dem Sommer 2025 erst einmal nicht in direkter Reichweite. Mit einem Börsenwert von rund vier Billionen Dollar zählt Microsoft zu den weltweit wertvollsten Konzernen.
Nach Einschätzung der Experten von JPMorgan sollten die Zahlen die Optimisten in ihrer Erwartung einer Wachstumsbeschleunigung bestärken. Positiv sei auch, dass die Investitionsausgaben im Quartal nicht so stark wie erwartet gestiegen sind. Das Unternehmen begründete dies mit Verzögerungen bei der Bereitstellung von Cloud-Kapazitäten durch Drittanbieter.
Die Experten von Index Radar werten es vor allem positiv, dass Microsoft trotz der Investitionen von rund 45 Milliarden Dollar einen freien Finanzmittelzufluss von fast 19 Milliarden Dollar erwirtschaften und damit die Erwartungen klar übertreffen konnte.
In den kommenden Quartalen dürften die Investitionen allerdings wieder zulegen. Finanzchefin Hood geht davon aus, dass im zweiten Quartal rund 50 Milliarden Dollar investiert werden. Anfang des Kalenderjahres 2027 sollten sie weiter anziehen. Das Unternehmen will weiter viel Geld in die Hand nehmen, um das Wachstum anzuschieben.
Aus diesem Grund will das Unternehmen erstmals seit 2017 Anleihen ausgeben. Dabei sollen nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg mindestens 25 Milliarden Dollar eingesammelt werden.
An der Börse setzen die meisten Analysten darauf, dass Microsoft weiter vom Boom bei Produkten mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz profitiert. 68 der 72 von Bloomberg befragten Experten empfehlen die Aktie zum Kauf. Zahlreiche Analysten erhöhten nach den Zahlen ihre Kursziele. Das durchschnittliche Kursziel kletterte in den vergangenen Stunden um gut drei Prozent auf fast 625 Dollar nach oben./zb/mis/jha/he
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