- Die Gemeinde Binz verlor ihre Klage gegen das LNG-Terminal.
- Das Bundesverwaltungsgericht hielt die Klage für unzulässig.
- Der Sicherheitsabstand zum Terminal beträgt mehr als 1,5 km.
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"Auch Eingriffe mit Drohnen sind mit berücksichtigt worden", sagte der Vorsitzende des Senats, Martin Steinkühler. Die Entfernung vom LNG-Terminal zum nächstgelegenen geplanten Gebiet der Gemeinde Binz betrage demnach mehr als 1,5 Kilometer.
Unabhängiger von russischen Lieferungen werden
Die Bundesregierung hatte den Aufbau von LNG-Terminals an Nord- und Ostsee nach dem russischen Angriff auf die Ukraine forciert, um unabhängiger von russischen Gaslieferungen zu werden. Das staatliche Umweltamt Vorpommern hatte trotz massiver Widerstände auf der Insel und Bedenken von Umweltschutzverbänden im April 2024 den Regelbetrieb des Terminals genehmigt. Fünf Monate später lief das Terminal, für das extra eine Pipeline vom Festland durchs Meer nach Mukran auf Rügen verlegt wurde, im Regelbetrieb.
Gegen die Genehmigung hat die Gemeinde Binz, welche in Sichtweite des Terminals liegt, geklagt. Sie sieht die Sicherheit nicht gewährleistet. Vor mehr als zwei Jahren hatte das Gericht bereits Eilanträge gegen die Genehmigung für die Errichtung und den Betrieb abgewiesen.
"Jetzt haben wir rechtliche Klarheit und werden die Begründung der Entscheidung in Ruhe auswerten", sagte der Bürgermeister von Binz, Mario Kurowski (Bürger für Binz), der Deutschen Presse-Agentur. Das Gefahrenszenario bleibe aber im Hinterkopf und wenn etwas passiere, liege die Verantwortung bei der Politik, betonte er.
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister begrüßte die Entscheidung. LNG sei zwar bestenfalls eine Brückentechnologie bis man auf fossile Energieträger verzichten könne, erklärte Till Backhaus (SPD). "Gleichzeitig habe ich aber auch gesagt, dass wir dem Antragsteller und den Gegnern der Anlage ein rechtssicheres und gerichtsfestes Verfahren garantieren." Die Gerichtsentscheidung zeige, dass dieses Versprechen gehalten worden sei.
Gefahr von Drohnenangriffen und Attacken auf IT
Der Prozessvertreter von Binz hatte in der mündlichen Verhandlung in Leipzig betont, dass die Bedrohung durch Drohnenattacken und Angriffe auf das IT-System nicht ausreichend berücksichtigt worden waren. "Es wurde nur ein Gefährdungsradius von bis zu 850 Metern in Betracht gezogen. Bei einer Explosion geht dieser aber über mehrere Kilometer und damit über die Gemeinde Binz hinaus", sagte Rechtsanwalt Remo Klinger.
Zudem ist das Terminal laut Kläger nicht geeignet, einen relevanten Beitrag zu leisten, um eine Krise der Gasversorgung zu bewältigen oder abzuwenden. Die Auslastung sei viel zu gering, hieß es.
Bürgermeister: Touristen stört es nicht, aber es ist eine Gefahr
"Unsere Touristen nehmen das Terminal nicht mehr so wahr. Aber die Gefährdung bleibt", erklärte Kurowski. In diesem Jahr seien rund 100.000 Übernachtungen weniger registriert worden. Er wolle dies aber nicht auf das Terminal schieben, sondern eher auf wirtschaftliche Entscheidungen der Touristen. Seinen Angaben zufolge werden jedes Jahr in Binz bis zu 2,8 Millionen Übernachtungen gezählt./jan/DP/men
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