"Israel hat gewählt, doch ein klarer Wählerauftrag lässt sich aus dem Votum kaum ableiten. Der von vielen herbeigesehnte Machtwechsel ist auf halbem Weg stecken geblieben. Zwar eine Mehrheit der Israelis genug von der in Teilen rechtsradikalen Regierung Netanjahu. Aber was wollen die Wählerinnen und Wähler dann? Das Oppositionsbündnis von Gadi Eisenkot ist von einer eigenen Mehrheit weiter entfernt als Netanjahus Block. Deshalb war der Jubel der Opposition in der Wahlnacht verfrüht. Dass weder Eisenkot noch Netanjahu gewonnen haben, ist dem starken Abschneiden der arabischen Parteien geschuldet. Die Netanjahu-Regierung hat die arabische Minderheit miserabel behandelt, teilweise in ihren Bürgerrechten beschnitten. Dass die Antwort darauf nun an den Wahlurnen erfolgte, ist ein Zeichen für die Vitalität der israelischen Demokratie."/DP/jha
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