Mehr Zins als in Europa? Die Chance in Asien, die viele Anleger übersehen

Nicolas Ebert Nicolas Ebert
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Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.

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Baliwag, Bulacan, Philippines
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Fünfeinhalb Prozent Leitzins, aber eine Währung auf Rekordtief: Die Philippinen locken mit hohen Zinsen. Ein Anleiheprofi verrät, welche Laufzeiten jetzt Sinn ergeben und welches Urteil den Peso bewegen kann.
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Hinweis

Die Philippinen kämpfen um ihre Währung. Der Peso fiel in dieser Woche auf ein Rekordtief von etwa 64,17 je US-Dollar. Seit Jahresbeginn verlor er mehr als acht Prozent. Präsident Ferdinand Marcos Jr. will gegensteuern. "Unsere Politik in Bezug auf den Peso besteht darin, ihn weiterhin so hart wie möglich zu verteidigen“, sagte er am Mittwoch. Die Devisenreserven seien solide. Allerdings sanken sie im September auf 99,5 Milliarden US-Dollar, den tiefsten Stand seit September 2023.

Die Zentralbank Bangko Sentral ng Pilipinas hatte den Leitzins bereits in der Vorwoche überraschend kräftig um einen halben Prozentpunkt auf 5,5 Prozent angehoben. Der Grund ist die Inflation. Sie kletterte im September auf 7,2 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit März 2023. Reis kostete gut 20 Prozent mehr als vor einem Jahr. Marcos sieht die Grenzen der Geldpolitik. "Wir müssen noch andere Maßnahmen ergreifen", sagte er.

Kurze Laufzeiten bevorzugt

Für Lucas D’Hulst, Anleiheanalyst beim Vermögensverwalter Degroof Petercam Asset Management, bleibt die Zentralbank trotzdem der wichtigste Anker. Die Notenbank handle früh und glaubwürdig. D’Hulst setzt deshalb auf kurz laufende Staatsanleihen mit attraktiven laufenden Erträgen. Zinssenkungen erwartet er frühestens ab dem zweiten Quartal 2027.

Bei langen Laufzeiten bleibt er vorsichtig. Die Wirtschaft wuchs im zweiten Quartal nur um 2,3 Prozent. Die Regierung will das Defizit von 5,4 Prozent der Wirtschaftsleistung in diesem Jahr bis 2030 auf 3,5 Prozent drücken. Dafür setzt sie zu einem großen Teil auf geringere öffentliche Investitionen.

Zudem steigt der Finanzierungsbedarf 2027 um rund 21 Prozent auf 3,3 Billionen Peso. Rückenwind verspricht dagegen die Aufnahme philippinischer Staatsanleihen in einen wichtigen Index von JPMorgan am 29. Januar 2027.

Politik als Joker

Kurzfristig könnte die Politik den Peso stützen. Gegen Vizepräsidentin Sara Duterte läuft ein Amtsenthebungsverfahren im Senat. Ein Urteil wird bis Dezember erwartet. Bei einer Verurteilung würde die politische Risikoprämie laut D’Hulst rasch sinken. Er hält deshalb eine kleine taktische Wette auf den Peso für gerechtfertigt.

Einen Kurssprung würde er aber eher zum Ausstieg nutzen. Das Lager der Dutertes bleibe für die Präsidentschaftswahl 2028 Favorit, warnt er. Eine Präsidentin Duterte könnte das Land näher an China rücken. Das wäre heikel, denn rund 40 Prozent der Rücküberweisungen stammen aus den USA.

Fazit

Kurz laufende Anleihen der Philippinen bieten hohe Zinsen. Der Peso bleibt aber anfällig, und die Inflation zieht wieder an. Lange Laufzeiten sind riskant, solange Haushalt, Finanzierung und Politik offen sind. Wer auf lange Laufzeiten setzen will, sollte das Urteil gegen Duterte und die Indexaufnahme im Januar abwarten.



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