dpa-AFX  | 
aufrufe Aufrufe: 356

Linke für 'radikalen Gerechtigkeitsschub' in der Sozialversicherung

BERLIN (dpa-AFX) - Linken-Chefin Ines Schwerdtner verlangt, dass künftig alle Bürger in die Sozialversicherungssysteme einzahlen. "Alle müssen sich endlich an deren Finanzierung beteiligen und vor allem Reiche und Vermögende müssen deutlich mehr tragen als bisher", sagte sie der "taz". "Deswegen muss die Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung deutlich erhöht werden und bei der Krankenversicherung wegfallen."

play Anhören
share Teilen
feedback Feedback
copy Kopieren
newsletter
font_big Schrift vergrößern
Für dich zusammengefasst:
Hinweis

Nötig sei ein "radikaler Gerechtigkeitsschub in den Sozialversicherungen", so Schwerdtner. Es könne nicht sein, dass der Handwerker auf sein komplettes Einkommen Sozialabgaben zahle, ein Manager hingegen nur auf einen Teil. Beschäftigte in Deutschland zahlen auf ihr Einkommen nur bis zu einer bestimmten Höchstgrenze Sozialbeiträge; was darüber hinaus geht, wird nicht herangezogen.

Höhere Sozialabgaben für Gutverdiener ab 2026

Diese Beitragsbemessungsgrenze wird auch im kommenden Jahr wieder angehoben, sie wird jährlich an die Lohnentwicklung angepasst. Menschen mit höheren Einkommen müssen dann voraussichtlich mehr Geld an die Sozialversicherungen abführen. Einen entsprechenden Verordnungsentwurf hat das Bundesarbeitsministerium am Freitag zur Abstimmung an die anderen Ressorts geschickt.

In der allgemeinen Rentenversicherung soll die Beitragsbemessungsgrenze demnach von derzeit 8.050 Euro im Monat zum 1. Januar auf 8.450 Euro steigen. In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ist eine Anhebung von monatlich 5.512,50 Euro auf 5.812,50 Euro im kommenden Jahr vorgesehen. Die Versicherungspflichtgrenze, also die Grenze, bis zu der Arbeitnehmer in der Regel gesetzlich krankenversichert sein müssen, soll 2026 von aktuell 6.150 Euro Bruttomonatseinkommen auf 6.450 Euro angehoben werden.

Grünen-Vorsitzender: Damit allein sind Probleme nicht gelöst

Der Vorsitzende der Grünen, Felix Banaszak, erklärte auf "taz"-Anfrage, man solle sich nichts vormachen. Die Anhebung der Bemessungsgrenzen sei eine ganz normale und faire Entscheidung, die schlicht der Lohnentwicklung folge. "Damit allein sind die Finanzierungsprobleme unserer Sozialversicherungen nicht gelöst." Wer langfristig Stabilität wolle, brauche weitergehende Reformen und den Mut, das System solidarisch und zukunftsfest zu machen./wn/DP/mis

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.


Weitere Artikel des Autors

Themen im Trend