Die bestehende Regelung biete vielen Haushalten nur geringe finanzielle Anreize, eine Arbeit aufzunehmen oder die Arbeitszeit auszuweiten, heißt es in einer Studie des IAB. Die Bundesregierung hatte im Koalitionsvertrag angekündigt, diese Anreize zu verbessern. Untersucht wurden 54 verschiedene Reformszenarien.
Varianten mit umfassender Entlastung aller Einkommensgruppen verursachten zwar bis zu fünf Milliarden Euro Mehrkosten jährlich, führten aber ebenfalls zu mehr Beschäftigung. Die Reformen hätten zudem Auswirkungen auf die Struktur der Sozialleistungsbezieher: Während die Zahl der Haushalte mit Bürgergeld in einzelnen Szenarien um bis zu 390.000 sinke, steige die Zahl der Empfänger von Wohngeld oder Kinderzuschlag um bis zu 1,2 Millionen.
"Reformen der Hinzuverdienstregelungen können höhere Arbeitsanreize schaffen", sagte IAB-Forscher Jürgen Wiemers. "Sie erfordern aber eine klare Abwägung zwischen Zielkonflikten wie fiskalischer Belastung, Empfängerstruktur und kurzfristigen Einkommenseinbußen für Haushalte mit niedrigen Einkommen."/dm/DP/mis
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