Heineken schlägt Alarm: Killt die Abnehmspritze das Bier-Geschäft?

Nicolas Ebert Nicolas Ebert
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Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.

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Bier auf dem Oktoberfest in München (Symbolbild).
© golero / E+ / Getty Images www.gettyimages.de
Abnehmspritzen wie Ozempic dämpfen offenbar die Lust auf Bier. Heineken warnt britische Pubs vor sinkenden Umsätzen. Wie groß ist die Gefahr für die Brauer und was heißt das für die Heineken-Aktie?
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Hinweis

Die Abnehmspritze kommt im Pub an. Heineken fordert britische Kneipen und Bars auf, sich auf den Boom der Medikamente zur Gewichtsreduktion einzustellen. Sonst drohten ihnen weniger Gäste und weniger Umsatz. Das geht aus einer internen Präsentation hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Für einen großen Alkoholkonzern ist das ein seltenes Eingeständnis. In Großbritannien besitzt der Konzern selbst mehr als 2.000 Pubs.

Mittel wie Ozempic und Wegovy von Novo Nordisk dämpfen den Appetit und offenbar auch die Lust auf Alkohol. Laut einer Studie von JPMorgan nahmen in den USA im vergangenen Jahr rund zehn Millionen Menschen solche Präparate.

Heineken warnt seine Anleger, das "Sättigungsgefühl" und eine "geringere Konsummenge" könnten den Absatz von Bier und Cider drücken. Der klassische Abend mit mehreren Pints werde seltener. Die Brauerei rät deshalb zu kleinen Gläsern, alkoholfreien Getränken und Snacks zum Bier.

Daten: Weniger Geld für Bier

Werte aus dem Artikel:
Novo-Nordisk Aktie 34,70 € -1,27%
Diageo Aktie 21,33 € -0,47%
Anheuser-Busch Aktie 75,22 € -1,00%
Heineken Aktie 77,50 € -0,72%
Carlsberg Aktie 143,50 € +1,06%

Erste Zahlen stützen die Sorge. Laut dem Marktforscher Circana gaben US-Haushalte mit einem Anwender nach zwei Jahren rund sieben Prozent weniger für Alkohol aus. Beim Bier waren es sogar 13,5 Prozent.

Die Konkurrenz wiegelt ab. Diageo (Diageo Aktie) hält die Folgen für beherrschbar. Carlsberg sieht in den Daten noch keinen klaren Trend. Heineken selbst gibt sich gelassen. Die Anwender verzichteten nicht ganz, sondern griffen zu kleineren Portionen und hochwertigeren Produkten. Darauf sei das Sortiment gut vorbereitet.

Heineken-Aktie: Solide bewertet, Zahlen am 28. Oktober

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Seit Januar legte die Aktie laut MarketScreener knapp zwölf Prozent zu und kostet rund 78 Euro. Mit 42,6 Milliarden Euro Börsenwert bringt der zweitgrößte Brauer der Welt nur knapp ein Drittel von Branchenprimus Anheuser-Busch InBev auf die Waage. Carlsberg kommt auf rund 17 Milliarden Euro.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für dieses Jahr liegt bei rund 17. Die 23 Analysten bei MarketScreener sind positiv gestimmt. Ihr mittleres Kursziel von knapp 89 Euro liegt rund 14 Prozent über dem Kurs. Am 28. Oktober legt Heineken Zahlen zum dritten Quartal vor. Analysten erwarten laut MarketScreener einen Umsatz von rund acht Milliarden Euro.

Fazit

Die Abnehmspritze ist für Brauer kein akuter Absatzkiller, aber ein schleichendes Risiko. Heineken reagiert früh und setzt auf alkoholfreie Biere und kleinere Mengen. Die Aktie ist moderat bewertet und bietet laut Analysten Luft nach oben. Am 28. Oktober zeigt sich, wie es um den Bierdurst der Kundschaft steht.


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