Große Hochzeit im Anflug? Sind SpaceX und Tesla schon Anfang Dezember ein Paar?
Markus Weingran
Markus Weingran
Markus Weingran ist seit mehr als 20 Jahren als Kapitalmarkt-Stratege und Aktien-Experte aktiv. Geprägt durch die langjährige Zusammenarbeit mit dem Finanzexperten Hans A. Bernecker verfolgt er einen klaren Anspruch: in jeder Börsenphase das Beste für Anleger herauszuholen. Weitere Einschätzungen und Trading-Ideen teilt er auch täglich in der wallstreetONLINE Börsenlounge auf YouTube.
Tesla und SpaceX könnten noch vor dem 6. Dezember fusionieren. Barclays hält einen Milliarden-Deal für möglich. Elon Musk könnte dadurch 56 Prozent der Stimmrechte kontrollieren.
Für dich zusammengefasst:
Eine Fusion von Tesla und SpaceX könnte bevorstehen.
Analyst Dan Levy erwartet eine Ankündigung vor dem 6. Dezember.
Elon Musk strebt eine Kontrolle über 56 Prozent der Stimmrechte an.
Eine Fusion von Tesla und SpaceX könnte schneller Realität werden als gedacht. Barclays-Analyst Dan Levy hält eine Ankündigung noch vor der Tesla-Hauptversammlung am 6. Dezember für möglich. Hinter dem möglichen Milliarden-Deal steckt weit mehr als die Zusammenarbeit zweier Unternehmen.
Elon Musk könnte schon bald zwei seiner wichtigsten Unternehmen zusammenführen. Die Spekulationen über eine Fusion des Elektroautobauers Tesla mit dem Raumfahrtkonzern SpaceX gewinnen an Fahrt. Nach Einschätzung von Barclays-Analyst Dan Levy könnte eine entsprechende Ankündigung bereits vor der Tesla-Hauptversammlung am 6. Dezember erfolgen.
Levy sieht inzwischen überzeugende wirtschaftliche Gründe für einen Zusammenschluss. Im Mittelpunkt stehen die gemeinsamen Ambitionen bei künstlicher Intelligenz, Robotik und Halbleitern. "Während die industrielle Logik eines Zusammenschlusses bisher infrage stand, deuten jüngste Kommentare des Managements unserer Ansicht nach darauf hin, dass es wesentliche Vorteile eines Zusammenschlusses sieht. Zwar vermuten wir, dass es gewisse finanzielle Synergien geben würde, doch der eigentliche Wert läge in der vertikalen Integration", schreibt Levy an seine Kunden.
Terafab könnte zum entscheidenden Bindeglied werden
Eine Schlüsselrolle spielt dabei das Halbleiterprojekt Terafab. Die gemeinsam von Tesla, SpaceX und xAI entwickelte Chipfabrik soll künftig die gewaltigen Rechenkapazitäten bereitstellen, die Musks Unternehmen für ihre KI-Pläne benötigen.
Levy bezeichnet das Projekt als einen „zentralen Treiber“ einer möglichen Fusion. Die derzeitige Zusammenarbeit bringt allerdings komplizierte Entscheidungsprozesse mit sich. Schließlich müssten die Vorstände von Tesla und SpaceX den gemeinsamen Vorhaben zustimmen. Und Terafab ist längst nicht das einzige Projekt, bei dem sich Musks Unternehmen überschneiden.
Teslas Robotaxis könnten auf die Flottenmanagement-Software von xAI zurückgreifen. Starlink könnte die Internetverbindung in Tesla-Fahrzeugen übernehmen. Gleichzeitig wären Teslas Energiespeicher für mögliche Rechenzentren von SpaceX im Weltraum interessant. Auch beim humanoiden Roboter Optimus bietet sich eine Zusammenarbeit an: Musks KI-Modell Grok könnte dessen Sprachverarbeitung übernehmen.
SpaceX schluckt Tesla? Musk hätte plötzlich die Mehrheit der Stimmen
Neben den technologischen Vorteilen könnte vor allem eine persönliche Überlegung Musks für den Zusammenschluss sprechen: die Bündelung seiner Kontrolle. Musk strebt bei Tesla seit Längerem einen Anteil von 25 Prozent an, um seine Pläne im Bereich künstlicher Intelligenz und Robotik mit ausreichendem Einfluss vorantreiben zu können.
Eine Fusion könnte dieses Problem auf einen Schlag lösen. Levy hält es für wahrscheinlicher, dass SpaceX Tesla übernimmt – auch wegen der besonderen Aktienstruktur des Raumfahrtunternehmens mit zwei unterschiedlichen Aktiengattungen.
Bei einer angenommenen Bewertung von 2,1 Billionen US-Dollar für SpaceX und 1,5 Billionen US-Dollar für Tesla würde Musk nach Berechnungen des Analysten rund 37 Prozent am gemeinsamen Unternehmen halten. Noch entscheidender: Er könnte über etwa 56 Prozent der Stimmrechte verfügen.
Für Tesla-Aktionäre hätte eine solche Transaktion ebenfalls weitreichende Folgen. Nach Levys Modell würde jeder Tesla-Anteil in ungefähr 0,7 SpaceX-Aktien umgetauscht. Ein bei Übernahmen üblicher Kursaufschlag dürfte nach seiner Einschätzung bereits in der Bewertung berücksichtigt sein.
Musk selbst befeuert die Spekulationen
Dass eine Fusion inzwischen ernsthaft diskutiert wird, liegt auch an den jüngsten Aussagen des Tesla-Chefs. Während der Telefonkonferenz zu Teslas Zahlen für das zweite Quartal wurde Musk direkt gefragt, ob ein Zusammenschluss seiner Unternehmen sinnvoll wäre. Seine Antwort: "Es gibt immer mehr Überschneidungen, insbesondere bei Terafab; das wird wirklich ein gigantisches Produkt werden."
Noch deutlicher deutete er beim All-In Summit im vergangenen Monat an, dass die enge Zusammenarbeit weitere Konsequenzen haben könnte. "Bei all dieser Zusammenarbeit auf so vielen Ebenen – wer kann sich vorstellen, welche Maßnahmen man ergreifen könnte, wenn es in so vielen Bereichen eine so enge Zusammenarbeit gibt?"
Eine konkrete Fusion hat Musk damit nicht angekündigt. Doch für Barclays-Analyst Levy verdichten sich die Hinweise, dass aus der ohnehin engen Kooperation schon bald ein gemeinsamer Konzern werden könnte.
Ob Tesla und SpaceX tatsächlich noch vor dem 6. Dezember zusammenfinden, bleibt offen. Fest steht: Ein solcher Zusammenschluss würde nicht nur Musks Industrieimperium grundlegend verändern, sondern auch die Machtverhältnisse innerhalb seiner Unternehmen neu ordnen.
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Redaktion Ariva/MW
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