Grummes erläutert, dass die Edelmetallpreise bis Mitte der Vorwoche nahezu ungebremst gestiegen seien. Ab Donnerstag habe dann eine abrupte Korrektur eingesetzt. Der Goldpreis sei von 5.602 US Dollar auf 4.402 US Dollar gefallen. Silber habe es deutlich stärker getroffen, da der Preis von 121,47 US Dollar bis auf 71,35 US Dollar eingebrochen sei. Auch Platin habe über mehrere Tage stark nachgegeben und sei von 2.882 US Dollar auf 1.858 US Dollar gefallen. Nach Einschätzung von Grummes sei eine derart scharfe Bereinigung nach den starken Anstiegen der vergangenen Wochen überfällig gewesen. Er betont, dass selbst ausgeprägte Bullenmärkte nicht geradlinig verliefen. In diesem Fall hätten überzogene Euphorie, eine stark überkaufte Marktlage, Gewinnmitnahmen, höhere Margin-Anforderungen der COMEX (Commodity Exchange) und der Shanghai Gold Exchange sowie das Auslaufen des Januar-Kontrakts zusammengewirkt. Zudem verweist er auf mutmaßliche Eingriffe großer Akteure von der Wall Street.
Grummes erinnert daran, dass jeder große Gold-Bullenmarkt von schmerzhaften Zwischenkorrekturen begleitet worden sei. Diese hätten sich für Marktteilnehmer häufig wie ein endgültiges Ende angefühlt. Als Beispiel nennt er die Korrektur von 1974, als der Goldpreis um rund 47 Prozent gefallen sei und Gold vielerorts als erledigt gegolten habe. In den darauffolgenden Jahren sei der Preis jedoch massiv gestiegen und habe Anfang 1980 ein Vielfaches erreicht. Vor diesem historischen Hintergrund wirke der aktuelle Rückgang von rund 21 Prozent nach seiner Einschätzung vergleichsweise moderat. In den siebziger Jahren hätte eine solche Bewegung nicht einmal zu den größten Korrekturen gezählt.
Entscheidend sei aus Sicht von Grummes, dass sich an den fundamentalen Rahmenbedingungen nichts geändert habe. Er führt aus, dass wirtschaftliche und geldpolitische Zwänge Regierungen und Zentralbanken weltweit auch künftig dazu veranlassen würden, die Fiat-Geldmengen weiter auszuweiten. Die globale Verschuldung werde nach seiner Einschätzung weiter steigen. Grummes erklärt, dass insbesondere asiatische Zentralbanken ihre Goldreserven weiter erhöhen dürften. Auch große private Akteure wie die Tether Holding würden nach seiner Darstellung weiterhin als Käufer auftreten. Diese Faktoren sprächen aus seiner Sicht für die strukturelle Stärke des Goldmarktes.
Nach dem starken Einbruch hätten sich Gold und Silber zunächst von ihren Tiefstständen erholt, so Grummes. Anschließend hätten die Verkäufer jedoch erneut Druck ausgeübt. Silber sei fast wieder auf das vorherige Tief gefallen, während sich Gold bislang robuster gezeigt habe und weiterhin in der Nähe der Marke von 5.000 US Dollar notiere. Grummes verweist darauf, dass Gold seit dem letzten markanten Tief bei 3.886 US Dollar innerhalb weniger Monate um etwa 44 Prozent bis auf ein neues Allzeithoch gestiegen sei. Der anschließende Rückgang habe den Bären zwar eine deutliche Gegenbewegung ermöglicht, der übergeordnete Aufwärtstrend sei aus seiner Sicht jedoch weiterhin intakt. Erst unterhalb von 3.900 US Dollar würde dieser ernsthaft infrage gestellt.Technisch habe der Rücksetzer zwei von drei offenen Kurslücken geschlossen. Eine weitere Lücke im Bereich von 4.350 US Dollar bestehe noch. Die Tages-Stochastik habe sich laut Grummes bereits bereinigt, und auch die 50-Tage-Linie bei rund 4.531 US Dollar habe bislang gehalten.
Grummes erklärt, er gehe davon aus, dass sich der Goldpreis zunächst in einer volatilen Seitwärtsbewegung um die Marke von 5.000 US Dollar bewegen dürfte. Diese Phase könne sich seiner Einschätzung nach über mehrere Wochen oder sogar Monate erstrecken, insbesondere angesichts der starken Verluste am Silbermarkt. Auch ein weiterer Rücksetzer bis in den Bereich der noch offenen Kurslücke würde er als Teil dieser Konsolidierung einordnen. Nach seiner Darstellung würde erst ein nachhaltiger Rückgang unter 3.900 US Dollar ein deutliches Warnsignal darstellen. Insgesamt deutet Grummes an, dass diese Korrektur seiner Meinung nach eher eine notwendige Verschnaufpause innerhalb eines langfristigen Goldzyklus darstellen dürfte, der sich weiterhin im Bullenmarkt befinde.
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