BERLIN (dpa-AFX) - Bundesfinanzminister Lars Klingbeil verteidigt die im kommenden Jahr geplante höhere Neuverschuldung im Bundeshaushalt. "Dass wir Schulden machen, hat damit zu tun, dass wir unsere Bundeswehr aufrüsten, dass wir modernisieren", sagte der SPD-Vorsitzende im ARD-"Sommerinterview". Mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin und Bedrohungen durch Russland unterstrich er: "Man kann sich gegenüber Putin nicht mit der schwarzen Null verteidigen."
Für dich zusammengefasst:
Klingbeil verteidigt höhere Neuverschuldung im Bundeshaushalt.
Im Jahr 2027 ist eine Nettokreditaufnahme von 118,7 Milliarden Euro geplant.
Für 2027 wurden Einsparvorgaben von 1 Prozent plus 2 Prozent angekündigt.
Das Kabinett will den Regierungsentwurf des Haushalts 2027 am Montag beschließen. Laut Kabinettsvorlage ist 2027 eine Nettokreditaufnahme von 118,7 Milliarden Euro geplant - nach 98 Milliarden 2026. Dazu kommen neue Schulden aus den Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität sowie für die Bundeswehr. Insgesamt soll die Neuverschuldung 2027 damit bei gut 200 Milliarden Euro liegen. Ausgaben für Verteidigung und Sicherheit fallen nur bis zu einer Grenze von einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts unter die Schuldenbremse.
Klingbeil sagte mit Blick auf die Schuldenregel, er lege einen verfassungsgemäßen Haushalt vor. Mit Blick auf die frühere Finanzplanung sagte er, es sei gelungen, eine Lücke von 34 Milliarden Euro zu schließen. Klingbeil verteidigte die geplante Entnahme von 6,8 Milliarden Euro aus der Rücklage. "Dass man Rücklagen angeht, ist völlig normal." Der Iran-Krieg habe Wachstumshoffnungen abgebremst. "Das schlägt voll rein. Das sehen wir in den Zahlen. Und damit müssen wir umgehen."
Der Finanzminister kündigte angesichts von Milliardenlücken ab 2028 einen schärferen Sparkurs an. Für den Haushalt 2027 hatte er den Ressorts Einsparvorgaben von einem Prozent gemacht. Er werde von jedem Minister und jeder Ministerin verlangen, dass man zusätzlich zu den 1-Prozent-Einsparungen noch mal 2 Prozent oben drauflege, sagte Klingbeil. "Wir müssen konsolidieren, da führt kein Weg dran vorbei."/hoe/DP/nas
Hinweis:
ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen.
Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich
dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch
eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link
„Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für
diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.