BERLIN (dpa-AFX) - Die Debatte um die Regierungspläne für einen günstigen Führerschein geht weiter. Fahrlehrerverbände warnen davor, dass das Sicherheitsniveau sinken könnte. Sie fordern etwa, dass Fahrschülerinnen und Fahrschüler einen Teil der Theoriestunden weiter in Präsenz besuchen müssen.
Für dich zusammengefasst:
Fahrlehrerverbände warnen vor sinkendem Sicherheitsniveau.
Die Kosten für den Führerschein betragen durchschnittlich 3.400 Euro.
"Das erreichte Niveau der Verkehrssicherheit und der Ausbildungsqualität muss mindestens erhalten bleiben", verlangt die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände in einer Stellungnahme an den Verkehrsausschuss des Bundestages. Dort gibt es heute eine Anhörung zur geplanten Führerscheinreform.
3.400 Euro für den Führerschein
Die Kosten für den Auto-Führerschein sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Das Bundesverkehrsministerium gibt sie mit durchschnittlich 3.400 Euro an. Die Pläne der Bundesregierung sollen den Erwerb günstiger machen.
Fahrschulen sollen dafür unter anderem mehr digitalen Unterricht anbieten und Simulatoren einsetzen können. Vorgesehen sind auch Neuregelungen zu Sonderfahrten, theoretischen und praktischen Prüfungen.
Auf soziale Interaktion dürfe nicht verzichtet werden, verlangte die Deutsche Fahrlehrer-Akademie. Sie äußerte sich auch kritisch zu einer Experimentierklausel im Gesetz, die es ermöglichen soll, einen Teil der praktischen Fahrausbildung mit nahen Vertrauten wie Eltern statt nur in der Fahrschule zu absolvieren. Sinnvoller erscheine es, das begleitete Fahren von 17-jährigen Fahranfängern stärker auszubauen.
ADAC unterstützt Reform
Die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände lehnt ein Transparenzregister ab, in dem Fahrschulen Preise und Bestehensquoten ihrer Prüflinge veröffentlichen sollen. Hierüber lasse sich die Qualität nicht hinreichend vergleichen.
Der Autofahrerclub ADAC äußerte sich grundsätzlich positiv zu Kernelementen der Reform, etwa dem virtuellen Theorieunterricht. Er biete etwa die Chance, zusätzliche Experten hinzuzuziehen und das Lerntempo selbst zu bestimmen.
Wenn professionell angeleitete und von Laien begleitete Fahrstunden kombiniert würden, könne dies zu deutlich mehr Fahrstunden und zugleich geringeren Kosten führen. Der ADAC verwies dazu auf Beispiele in Frankreich, Österreich und der Schweiz. Dort würden vor der Prüfung bis zu 3.000 Kilometer mit Unterstützung der Eltern absolviert./bf/DP/zb
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