- Europa benötigt Jahre für militärische Unabhängigkeit.
- Deutschland ist keine Atommacht, hat aber Kampfflugzeuge.
- Macron schlägt ein europäisches atomares Schutzschild vor.
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Europa müsse sich allein verteidigen können, sagte Puglierin, die das Berliner Büro des Thinktanks European Council on Foreign Relations leitet. "Es gibt nicht wirklich eine Alternative, außer wir dienen uns einer Schutzmacht so an, dass wir eine Art Protektorat werden." Das bisherige Nato-Modell, in dem die Alliierten den USA freiwillig als Bündnispartner gefolgt seien, sei "offensichtlich nicht mehr im Angebot", sagte Puglierin auch mit Blick auf Trump, der in den vergangenen Wochen wiederholt mit der Annexion der zum Nato-Partner Dänemark gehörenden Arktisinsel Grönland gedroht hatte.
Expertin: Mit Atommächten pragmatischen Weg finden
In der Diskussion um eine mögliche EU-Atombombe gab sich Puglierin skeptisch. Diese sehe sie aus vielen Gründen nicht als Ersatz zum atomaren Schutzschirm der USA. Zugleich widerstrebe ihr die Vorstellung, dass sich europäische Länder einzeln mit Nuklearwaffen ausrüsten würden. "Priorität müsste haben, mit den Atommächten Frankreich und Großbritannien einen pragmatischen Weg zu suchen, wie sie stärker zur gesamteuropäischen Abschreckung beitragen können."
Deutschland ist anders als andere Nato-Partner keine Atommacht, stellt aber im Rahmen der nuklearen Abschreckung der Nato Kampfflugzeuge bereit, die im Verteidigungsfall mit US-Atombomben bestückt werden könnten, die in Deutschland lagern. Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump wachsen die Zweifel daran, dass sich die Europäer im Ernstfall noch auf den atomaren Schutz der USA verlassen können. Der französische Präsident Emmanuel Macron schlägt seit längerem ein europäisches atomares Schutzschild vor./mkk/DP/zb
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