Ein Hamburger für 5.000 US-Dollar: Trump verspottet sein eigenes Wahlgeschenk
Nicolas Ebert
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Donald Trump verspottet sein eigenes Wahlgeschenk. Die 5.000 US-Dollar, die er jedem erwachsenen US-Amerikaner versprochen hat, reichten in seinem Club Mar-a-Lago kaum für "einen Hamburger und vielleicht ein kleines Dessert", scherzte der US-Präsident am Dienstag bei einem Auftritt in Texas. Eine Woche vor den Zwischenwahlen am 3. November trifft er damit einen wunden Punkt. Die Lebenshaltungskosten sind das beherrschende Wahlkampfthema.
Das Geld soll nur fließen, wenn die Republikaner beide Kammern des Kongresses gewinnen. Es müsste in den USA ausgegeben werden. Kosten würde das rund 1,2 Billionen US-Dollar. Zustimmen müsste der Kongress. In einer Umfrage von AP-NORC nannten 84 Prozent der Erwachsenen die Lebenshaltungskosten als eines der wichtigsten Wahlthemen. 79 Prozent lehnen Trumps Umgang damit ab. Seine Zustimmungsrate liegt laut Reuters und Ipsos bei 32 Prozent. An den Prognosemärkten Kalshi und Polymarket gilt ein demokratisches Repräsentantenhaus mit rund 91 Prozent als nahezu sicher.
Inflation: Schecks als Brandbeschleuniger
Ökonomen halten wenig von dem Plan. Die Zahlung würde die Kaufkraft kaum stärken, aber die Inflation anheizen. Dabei liegt sie ohnehin hoch. Im September stiegen die Verbraucherpreise um 3,7 Prozent und damit stärker als erwartet.
"Wir würden die Wirtschaft massiv anheizen", warnt Erica York von der Tax Foundation laut CBS News. Laut einer Studie der Notenbank von St. Louis hatten schon die Coronaschecks die Inflation um 2,6 Prozent nach oben getrieben. Heather Long, Chefökonomin der Navy Federal Credit Union, fürchtet zudem steigende Zinsen. Der Anleihemarkt sei wegen der Inflation und der Schulden ohnehin nervös. Am Mittwochabend entscheidet die amerikanische Notenbank über den Leitzins.
Staatsfinanzen: Neue Löcher im Haushalt
Der Spielraum ist eng. Im abgelaufenen Haushaltsjahr lag das Defizit laut der Haushaltsbehörde des Kongresses bei zwei Billionen US-Dollar, das sind 6,2 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Staatsschulden erreichen rund 100 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Schecks kämen also auf ein ohnehin tiefes Loch obendrauf.
Iran-Krieg: Teure Rechnung für Familien
Dazu kommt der Krieg im Iran. Er werde enden, "wann immer ich es will", sagte Trump. Bislang hat der Krieg US-amerikanische Familien laut Mark Zandi von Moody’s Analytics im Schnitt 2.000 US-Dollar gekostet, vor allem über höhere Energiepreise und Zinsen. Das Militär beziffert die Kosten laut einem Bericht von The Hill inzwischen auf 47 Milliarden US-Dollar.
Die 5.000 US-Dollar sind vor allem Wahlkampf. Siegen die Demokraten im Repräsentantenhaus, sind die Schecks ohnehin vom Tisch. Ein überraschender Sieg der Republikaner könnte dagegen die Inflation und die Zinsen nach oben treiben. Anleiheanleger sollten deshalb den Wahlabend genau verfolgen.
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