Der Goldmarkt zeigt sich derzeit erstaunlich stabil, obwohl geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Risiken deutlich zunehmen. Laut Edelmetallexperte Florian Grummes fiel der Goldpreis im Verlauf der vergangenen Handelswoche mehrfach auf rund 5.060 US Dollar zurück, konnte sich jedoch jeweils wieder oberhalb von etwa 5.100 US Dollar stabilisieren. Damit setzt sich laut Grummes die Seitwärtsbewegung fort, die den Markt bereits seit rund fünf Wochen prägt.
Eine solche Konsolidierung ist an den Finanzmärkten nicht ungewöhnlich. Nach starken Kursanstiegen kommt es häufig zu Phasen, in denen sich Preise seitwärts bewegen. Marktteilnehmer realisieren Gewinne, neue Investoren positionieren sich und der Markt verarbeitet die vorherige Rally. Laut Grummes liegt das bisherige Allzeithoch bei etwa 5.602 US Dollar, das Ende Januar erreicht wurde. Seitdem hat sich die extreme Volatilität zwar etwas beruhigt, dennoch bleiben starke Preisbewegungen weiterhin möglich.
Während Gold vergleichsweise stabil bleibt, zeigt sich Silber deutlich schwächer. Laut Grummes verlor das Metall im Wochenverlauf zeitweise mehr als neun Prozent. Diese Entwicklung ist nicht ungewöhnlich, da Silber stärker von der industriellen Nachfrage abhängt. In wirtschaftlich unsicheren Phasen reagieren Investoren daher häufig vorsichtiger.
Überschattet wird die Entwicklung an den Rohstoffmärkten derzeit vom eskalierenden Konflikt zwischen Iran und dem Westen. Besonders im Fokus steht dabei die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Energietransportrouten der Welt. Rund 20 Prozent des globalen Öl und LNG Handels passieren diese Meerenge.
Laut Florian Grummes hat die zeitweise Schließung der Passage eine globale Kettenreaktion ausgelöst. Ein vollständiger Ausfall dieser Route würde ein Defizit von etwa 17,5 Millionen Barrel Öl pro Tag verursachen. Diese Aussicht führte bereits zu einer ersten Panikreaktion an den Energiemärkten. Der Ölpreis stieg kurzfristig bis auf etwa 120 US Dollar pro Barrel und erreichte damit das Kursziel, das Grummes bereits Wochen zuvor genannt hatte.
Zwar gelang es der US Regierung unter Präsident Donald Trump zunächst, die Märkte zu beruhigen. Durch politische Signale und die Lockerung von Sanktionen gegen Russland sollten zusätzliche Ölangebote geschaffen werden. Laut Grummes konnte dies die unmittelbare Angst vor Lieferengpässen kurzfristig dämpfen. Dennoch wurde im Verlauf der Woche deutlich, dass der Konflikt kaum schnell beendet werden dürfte. Die militärischen Gegenschläge Irans sowie die fortgesetzten Kämpfe zeigen laut Grummes, dass die Lage weiterhin eskalieren könnte.
Der Ölpreis bewegt sich derzeit weiterhin in der Nähe von 100 US Dollar pro Barrel. Dieses Niveau gilt historisch als Schwelle, ab der Energiepreise spürbare Auswirkungen auf die Weltwirtschaft entfalten. Laut Grummes markieren solche Preisniveaus den Übergang von Effizienz zu Knappheit. Steigende Energiepreise wirken sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette aus. Transportkosten steigen, Versicherungsprämien für Schifffahrt und Handel erhöhen sich und viele Industrien müssen höhere Produktionskosten verkraften. Laut Grummes entstehen dadurch starke inflationäre Druckwellen in den Energie, Finanz und Rohstoffmärkten.
Gleichzeitig wirken steigende Zinsen und ein stärkerer US Dollar auf andere Bereiche der Wirtschaft eher deflationär. Diese gegenläufigen Kräfte machen die aktuelle Marktlage besonders komplex. Während steigende Energiepreise grundsätzlich für höhere Edelmetallpreise sprechen könnten, sorgt die allgemeine Unsicherheit an den Finanzmärkten gleichzeitig für kurzfristigen Verkaufsdruck.
Die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts zeigen sich bereits in verschiedenen Industriezweigen. Laut Grummes eskalieren Störungen in der maritimen Logistik bereits zu Engpässen in der Chemie und Bergbauindustrie. Besonders problematisch ist der Ausfall bestimmter Rohölsorten, die Schwefel enthalten. Ohne diese Rohstoffe sinkt die Produktion von Schwefelsäure, einem zentralen Bestandteil bei der Verarbeitung vieler Metalle. Laut Grummes könnte dies die Förderung von Kupfer und Kobalt in wichtigen Bergbauregionen wie Chile oder Teilen Afrikas erheblich beeinträchtigen.
Kupfer und Kobalt spielen eine zentrale Rolle beim Ausbau der Stromnetze und der elektrischen Infrastruktur. Engpässe bei diesen Rohstoffen könnten daher auch die Herstellung von Transformatoren, Schaltanlagen und anderen kritischen Komponenten verlangsamen. Raffinerien und Industrieunternehmen versuchen bereits, alternative Rohstoffe zu beschaffen, doch laut Grummes sind die Möglichkeiten dafür begrenzt.
In einer späteren Phase könnten die Auswirkungen auch die globale Technologieindustrie erreichen. Besonders im Fokus steht dabei Taiwan. Die Insel ist Heimat des weltweit wichtigsten Halbleiterproduzenten TSMC und gleichzeitig stark von LNG Importen abhängig. Laut Grummes führen steigende Energiepreise bereits zu ersten Stromrationierungen. Sollten sich diese verschärfen, könnten Produktionsausfälle in den Halbleiterfabriken entstehen. Halbleiter sind die Grundlage moderner Technologie und unverzichtbar für Computer, Smartphones, Fahrzeuge und industrielle Anlagen.
Gleichzeitig geraten laut Grummes auch die Finanzmärkte unter Druck. Kreditrisikoaufschläge steigen und viele Schwellenländer sehen sich mit sinkenden Devisenreserven konfrontiert. Staatliche Maßnahmen wie der Abbau strategischer Ölreserven könnten die Situation zwar kurzfristig stabilisieren, gelten laut Grummes jedoch eher als begrenzte Notmaßnahme.
Trotz der kurzfristigen Konsolidierung bleibt Gold in diesem Umfeld für viele Investoren ein zentraler Absicherungswert. Laut Grummes könnte die Schließung der Straße von Hormus langfristig sogar zu einer grundlegenden Veränderung der globalen Wirtschaftsordnung führen.
Handelsrouten könnten zunehmend militarisiert werden und Staaten könnten stärker auf wirtschaftliche Autarkie setzen. Gleichzeitig wird laut Grummes bereits über neue Währungssysteme im Energiehandel diskutiert, etwa über den sogenannten Petroyuan.
Kurzfristig sieht Grummes den Goldmarkt jedoch weiterhin in einer technischen Konsolidierung. Besonders wichtig bleibt dabei die Unterstützungszone um etwa 5.055 US Dollar. Sollte diese Marke verteidigt werden, behalten die Käufer laut Grummes die Kontrolle über den Markt. Fällt der Preis darunter, könnte ein schneller Rückgang in Richtung 4.910 US Dollar folgen. Noch tiefer im Chart befindet sich zudem eine offene Kurslücke im Bereich um 4.350 US Dollar.
Insgesamt bleibt die Lage daher widersprüchlich. Während geopolitische Risiken, Energiepreise und wirtschaftliche Spannungen steigen, verarbeitet der Goldmarkt zunächst den starken Anstieg der vergangenen Jahre. Laut Grummes könnte sich jedoch gerade in dieser ruhigen Phase entscheiden, wie sich die Edelmetallmärkte in einem zunehmend unsicheren globalen Umfeld weiter entwickeln.
Wer sich für internationale Bergbauunternehmen und Rohstoffinvestments interessiert, sollte einen Blick auf das AXINO Mining Forum werfen. Die Veranstaltung findet am 17. und 18. April 2026 im Rahmen der Invest Messe in Stuttgart statt und bringt Rohstoffunternehmen aus verschiedenen Regionen der Welt direkt mit Investoren zusammen. Insgesamt werden über 20 Unternehmen aus der internationalen Bergbauindustrie erwartet, von etablierten Produzenten bis hin zu kleineren Explorationsfirmen. Dabei treffen Besucher auf Unternehmen aus allen Entwicklungsphasen der Bergbauindustrie.
So wird etwa der Goldentwickler Sonoro Gold erwartet, der sein Cerro-Caliche-Goldprojekt in Mexiko vorantreibt und den Übergang zum Produzenten vorbereitet. Das Projekt gilt als klassischer Entwicklungsfall im Goldsektor, bei dem ein Explorationsprojekt schrittweise in eine Produktion überführt werden soll.
Auch etablierte Produzenten wie First Majestic Silver stehen für eine andere Stufe der Wertschöpfungskette. Das Unternehmen zählt zu den bekannten Silberproduzenten Nordamerikas und betreibt mehrere Minen in Mexiko.
Ergänzt wird das Spektrum durch Explorationsunternehmen wie Defiance Silver, die auf neue Entdeckungen setzen und mit Bohrprogrammen nach wirtschaftlich nutzbaren Silber- und Edelmetalllagerstätten suchen.
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