- SK Hynix spricht mit Intel über einen möglichen Deal.
- Intel plant eine Chipfabrik in Ohio mit hoher Investition.
- SK Hynix zählt zu den führenden Anbietern von HBM.
- Energiekrise als Kurstreiber:
Diese 5 Aktien könnten durchstarten (hier klicken)
Nicolas Ebert Das südkoreanische Unternehmen SK Hynix führt Gespräche mit Intel über einen möglichen Deal, in dessen Rahmen es erstmals Speicherchips auf US-amerikanischem Boden herstellen würde. Das berichtet Reuters unter Berufung auf drei mit den Verhandlungen vertraute Personen. Ein Szenario sehe vor, dass SK Hynix einen Teil der geplanten Intel-Chipfabrik in Ohio pachtet, alternativ könnte ein Joint Venture mit Intel und großen Cloud-Anbietern entstehen.
Ein solcher Deal würde den Druck auf das angeschlagene Unternehmen Intel verringern und zugleich einen Erfolg für die Trump-Regierung darstellen, die Chiphersteller verstärkt zur US-Produktion drängt. Möglicher Widerstand aus Seoul könnte den Deal jedoch erschweren, warnten die Quellen. Es handle sich um Sondierungsgespräche, noch seien keine Entscheidungen gefallen, betonte eine der Quellen. Die Intel-Aktie legte am Mittwoch im vorbörslichen Handel deutlich zu. Die SK-Hynix-Aktie schloss in Seoul höher als am Vortag.
SK Hynix zählt zu den weltweit führenden Anbietern von High-Bandwidth-Memory, kurz HBM, das in KI-Prozessoren zum Einsatz kommt. Daneben produziert das Unternehmen DRAM- und NAND-Flash-Speicherchips.
Widerstand aus Seoul möglich
Gerade bei fortschrittlichen Speichertechnologien könnte die südkoreanische Regierung Einwände erheben, da diese als sensibel gelten, so die Quellen. Das südkoreanische Handelsministerium erklärte, jede Entscheidung liege im Ermessen des Unternehmens, handle es sich jedoch um eine nationale Kerntechnologie, unterliege dies einer gesonderten Prüfung.
Gute Gründe für einen Standort in den USA
Die Chipherstellung in den Vereinigten Staaten ist laut Quellen deutlich teurer als in Südkorea. Dennoch sieht sich SK Hynix laut Konzernchef Chey Tae-won unter enormem Druck von Kunden und Regierungen, mehr Chips zu liefern.
Er halte den Bau einer Fabrik in den Vereinigten Staaten für notwendig, sagte Chey bereits im Juli. Ein Deal würde zudem die finanzielle Belastung für Intel verringern, an dem die US-Regierung teilweise beteiligt ist. Intel hatte 2022 angekündigt, bis zu 100 Milliarden US-Dollar in den Ohio-Standort zu investieren. Die Fertigstellung wurde inzwischen jedoch auf 2030 und 2031 verschoben.
Erschwert wird die Lage durch den Zollstreit zwischen beiden Ländern: US-Handelsminister Howard Lutnick droht mit Zöllen von bis zu 100 Prozent, sollten sich Unternehmen nicht zur US-Produktion verpflichten, während Seoul eigene Investitionszusagen von SK Hynix als Verhandlungsmasse nutzen möchte.
Strukturwandel im Speichermarkt
Der Deal fällt in eine Zeit grundlegender Veränderungen im Speicherchip-Markt. Audun Wickstrand Iversen, Portfoliomanager bei DNB Asset Management, verweist auf die historische Zyklik der Branche: Stark steigende Preise hätten meist das Ende eines Booms angekündigt, da hohe Margen zu Überkapazitäten führten. Diese Skepsis präge auch den Blick auf den aktuellen KI-getriebenen Speicherboom, so Iversen, entscheidend sei jedoch, ob sich die Marktstruktur grundlegend verändert habe.
Künstliche Intelligenz mache Speicher zunehmend zum Engpass, erklärte Iversen. Für den Zeitraum 2026 bis 2028 schätzt die Branche den HBM-Markt auf 50 bis 100 Milliarden US-Dollar, wobei SK Hynix mit einem geschätzten Anteil von 50 bis 70 Prozent bei der kommenden HBM4-Generation als Marktführer gilt.
Ein wichtiger Unterschied zu früheren Zyklen liege in langfristigen Abnahmeverträgen mehrerer Hersteller, die Überkapazitäten künftig verhindern könnten. Gleichzeitig planen große Hersteller aber massive neue Investitionen, was in früheren Zyklen stets Überkapazitäten ankündigte.
Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.