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Commerzbank: Wirtschaft wird in 2026 durch Fiskal- und Geldpolitik angeschoben

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die milliardenschweren Investitionspläne der Bundesregierung sowie die Geldpolitik der Notenbank werden der deutschen Wirtschaft nach Einschätzung der Commerzbank (Commerzbank Aktie) 2026 Rückenwind bescheren. "Finanzminister und Notenbankchefs würden sich weltweit gegen die Folgen von Handelskriegen und Reformstau stemmen und wollen ihre Volkswirtschaften anschieben", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer am Freitag in Frankfurt. Dies gelte insbesondere für Deutschland.

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Seit 2009 ist das gelbe Band das Logo der Commerzbank.
Quelle: - pixabay.com:

"Ein großer Schub dürfte in Deutschland vom Sondervermögen für Infrastruktur und von den Verteidigungsausgaben kommen", sagte Krämer. Hinzu komme die Geldpolitik der EZB. Der aktuelle Einlagensatz von zwei Prozent stütze die Konjunktur. Das deutsche Wirtschaftswachstum dürfte daher von 0,1 Prozent in diesem Jahr auf 1,2 Prozent im Jahr 2026 steigen.

Auf längere Sicht zeigte sich Krämer aber wenig optimistisch. Das Fiskalpaket gehe nicht mit Reformen und mit einem Neustart in der Wirtschaftspolitik einher. "Insofern trägt das höhere Wirtschaftswachstum im kommenden Jahr Züge eines Strohfeuers." Krämer erwartet zwar, dass das Fiskalpaket auch noch im Jahr 2027 die Wirtschaft anschieben wird. Sollten bis dahin Reformen ausbleiben, dürfte das Wachstum danach sich zwischen Null und 0,5 Prozent bewegen.

Innerhalb der Eurozone dürfte es im Jahr 2026 zu Verschiebungen beim Wachstum kommen. In südeuropäischen Ländern wie Italien und Spanien sollte sich das Wachstum abkühlen, während es sich in Deutschland beschleunigt.

"Das Sorgenkind der Eurozone ist Frankreich", sagte Krämer. Er verweist auf die rasch steigenden Staatsschulden und höhere Zinslasten. Frankreich war zuletzt auch durch große politische Instabilität geprägt.

Am Devisenmarkt erwartet Krämer eine Aufwertung des Euro zum US-Dollar. Dies liege an der unterschiedlichen Geldpolitik in den beiden Währungsräumen. Die US-Notenbank dürfte ihre Leitzinsspanne weiter deutlich senken. Dies liege auch an dem enormen Druck von US-Präsident Donald Trump auf die Notenbank. Trump wolle so die Konjunktur stimulieren. Die EZB werde ihre Zinsen jedoch voraussichtlich nicht antasten. Schließlich dürfte die Inflation in der Eurozone höher ausfallen, als von der EZB und anderen Marktteilnehmern erwartet. Für das Jahr 2026 erwartet Krämer in der Eurozone eine Inflationsrate von 2,0 Prozent und in den USA von 3,2 Prozent./jsl/mis

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