Allaires Aussage trifft den Kern der geopolitischen Rivalität um Zahlungsrails. Die Frage dahinter lautet, ob Staaten, die private digitale Währungen einschränken, es sich langfristig leisten können, auf tokenisierte Fiat-Infrastruktur zu verzichten – wenn genau diese Infrastruktur die Reichweite einer Währung im internationalen Zahlungsverkehr erhöhen kann.
China hat im Februar die Daumenschrauben angezogen. Die People’s Bank of China und weitere Behörden stuften die nicht genehmigte Offshore-Emission von Yuan-gebundenen Stablecoins als illegale Finanzaktivität ein und nahmen auch die Tokenisierung inländischer Real-World-Assets stärker ins Visier. Begründet wird das mit Finanzstabilität, der Eindämmung von Kapitalflucht und der Wahrung monetärer Souveränität – während der e-CNY als staatliches Gegenmodell vorangetrieben wird.
Für den Markt ist damit klar: Ein “Yuan-Stablecoin” ist nicht ausgeschlossen, aber er wäre, falls er kommt, sehr wahrscheinlich kein permissionless Krypto-Produkt, sondern ein streng kontrolliertes, politisch motiviertes Zahlungsinstrument. Dieser Aspekt macht Allaires These so brisant: Stablecoins könnten damit zur Waffe im Währungswettbewerb werden – selbst in Ländern, die ihre private Ausgabe offiziell unterdrücken.

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