BERLIN (dpa-AFX) - Der Vorsitzende des Geheimdienste-Kontrollgremiums des Bundestags, Marc Henrichmann (CDU), hält die Äußerung Russlands zu der Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle für nicht glaubwürdig. "Die Glaubwürdigkeit hat Russland schon lange verspielt, wenn man in die Ukraine blickt, wo ja vor völkerrechtswidrigen Angriffen man kaum mehr hinterherkommt", sagte er im ZDF-"heute journal update". "Und dass Russland da ein Spiel ohne Regeln spielt, das ist jetzt auch keine neue Erkenntnis."
Für dich zusammengefasst:
Marc Henrichmann hält Russlands Äußerung für unglaubwürdig.
Die russische Botschaft sprach von einer Provokation gegen Moskau.
Eine Drohne wurde am Flughafen Leipzig/Halle entdeckt.
Die russische Botschaft in Berlin hatte am Freitagabend mit Blick auf den Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle von einer gegen Moskau gerichteten Provokation gesprochen. "Es ist offensichtlich, dass diese hastig zusammengeschusterte Provokation ausschließlich den Zielen Kiews und des militaristischen Flügels der europäischen politischen Klasse dient", teilte die diplomatische Vertretung Russlands bei Telegram mit. Zugleich warnte die Botschaft vor einer "neuen Welle antirussischer Hysterie in Deutschland".
Demnach sieht die Botschaft hinter dem hybriden Angriff die Ukraine, der es an Waffen fehle. Die Ukraine und die Regierungen in Europa bräuchten Argumente, um weiter "unbegrenzte finanzielle Mittel in die Hände eines korrupten Regimes fließen" zu lassen, hieß es in der Stellungnahme der russischen Botschaft.
Ausweichbewegungen Russlands in Richtung Westen?
Henrichmann sagte hingegen mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin: "Da ist jemand, der in der Ukraine sich festgefahren hat." Der russische Angriffskrieg stocke. "Und es ist schon lange prognostiziert, dass dann Ausweichbewegungen in Richtung Westen, in Richtung Nato, in Richtung EU erfolgen werden." Das geschehe jetzt. "Wir müssen wehrhaft sein und Russland da auch in die Schranken weisen", sagte Henrichmann.
Am Flughafen Leipzig/Halle war am späten Dienstagabend in der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne entdeckt und von einem Mitarbeiter zum Absturz gebracht worden. Ein infolge der Sperrung kurz danach durchstartendes Flugzeug kollidierte mit einem unbekannten kleineren Flugobjekt, möglicherweise einer zweiten Drohne.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach von einem "hybriden" Angriff "fremder Mächte" - und machte Russland nicht verantwortlich. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr, teilte die Karlsruher Behörde mit./bg/DP/mis
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