BofA sieht bei IONOS fast 20 Prozent Potenzial, das die meisten übersehen
Julian Schick
Julian Schick
Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.
Die Bank of America traut der deutschen Web-Hosting-Firma IONOS einen Kurssprung von fast 20 Prozent zu. Die Analysten starten die Bewertung des SDAX-Unternehmens mit der Einstufung Kaufen und setzen das Kursziel bei 37 Euro an, deutlich über dem aktuellen Niveau.
Die Aktie der United-Internet-Tochter reagiert am Montag mit einem kräftigen Kursaufschwung und legt fast 6 Prozent zu.
Der Grund für den Optimismus liegt vor allem in der Kombination aus stabilem Kerngeschäft und unterschätztem Wachstumspotenzial in der Cloud-Sparte. Die Bank rechnet mit einem jährlichen Umsatzwachstum von rund acht Prozent bis 2028, während der bereinigte Gewinn je Aktie in diesem Zeitraum sogar um etwa 17 Prozent pro Jahr zulegen soll. Möglich wird das durch sinkende Zinskosten infolge des Schuldenabbaus, laufende Aktienrückkäufe und eine spürbar verbesserte operative Marge.
Im Zentrum des Geschäfts steht weiterhin der Bereich Webhosting, Domains und Produktivitätswerkzeuge, der rund 85 Prozent der Erlöse ausmacht. Die Sorge, dass künstliche Intelligenz kleinen und mittleren Unternehmen das eigene Website-Geschäft abgraben könnte, teilen die Analysten nicht. Im Gegenteil, sie sehen IONOS als Profiteur des Trends, weil das Unternehmen mit KI-gestützten Tools wie einem automatischen Website-Baukasten oder einer digitalen Telefonassistenz zusätzliche Erlösquellen erschließt. Wörtlich heißt es, IONOS werde unterm Strich von der KI-Disruption profitieren, statt darunter zu leiden.
Als zweiten Wachstumstreiber nennt die Bank die Cloud-Sparte, die bislang kaum zum Ergebnis beiträgt, aus Sicht der Analysten aber deutlich unterbewertet ist. Rückenwind kommt vom Auftrag des Bundes-IT-Dienstleisters ITZBund sowie von der wachsenden Nachfrage nach europäischen, DSGVO-konformen Cloud-Lösungen. Der Anfang Juni von der EU-Kommission vorgestellte Vorschlag für ein Gesetz zur Förderung der digitalen Souveränität könnte diesem Geschäft laut den Analysten zusätzlichen Schub geben.
Bei der Bewertung sehen die Experten noch deutlich Luft nach oben. Mit dem rund achtfachen erwarteten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen für 2026 notiert IONOS spürbar günstiger als vergleichbare Web-Spezialisten und europäische Softwarefirmen, obwohl das Unternehmen schneller wächst als viele Wettbewerber.
Hinweis:
ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen.
Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich
dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch
eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link
„Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für
diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.