Vom Software-Schreckgespenst zum KI-Heilsbringer: Microsoft ist zurück im Rennen!

Markus Weingran Markus Weingran
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Markus Weingran ist seit mehr als 20 Jahren als Kapitalmarkt-Stratege und Aktien-Experte aktiv. Geprägt durch die langjährige Zusammenarbeit mit dem Finanzexperten Hans A. Bernecker verfolgt er einen klaren Anspruch: in jeder Börsenphase das Beste für Anleger herauszuholen. Weitere Einschätzungen und Trading-Ideen teilt er auch täglich in der wallstreetONLINE Börsenlounge auf YouTube.

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Microsoft wieder oben auf
KI-generiert mit DALL-E
Azure wächst so stark wie seit 2022 nicht mehr, Copilot gewinnt Millionen Nutzer und die Investitionspläne beruhigen die Börse. Microsoft meldet sich im KI-Rennen eindrucksvoll zurück.
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Microsoft meldet sich mit Macht im Rennen um die Vorherrschaft bei Künstlicher Intelligenz zurück. Der Softwarekonzern übertraf im vierten Geschäftsquartal die Erwartungen und überzeugte vor allem mit seiner Cloud-Plattform Azure. Die Aktie legte Donnerstag zweistellig zu.

Azure steigerte den Umsatz währungsbereinigt um 43 Prozent. Das war der stärkste Zuwachs seit 2022 und deutlich mehr, als Analysten erwartet hatten. Ein Jahr zuvor hatte das Wachstum noch bei 39 Prozent gelegen. Der gesamte Quartalsumsatz legte um 17 Prozent zu. Auch das bereinigte Ergebnis je Aktie übertraf die Prognosen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025/2026 erhöhte Microsoft den Umsatz um 18 Prozent auf 332 Milliarden US-Dollar. Der operative Gewinn stieg um gut ein Fünftel auf 155 Milliarden US-Dollar. Unter dem Strich verdiente der Konzern knapp 134 Milliarden US-Dollar und damit fast ein Drittel mehr als im Vorjahr.

Auch Microsoft 365 Copilot gewinnt an Fahrt. Nach Angaben von Konzernchef Satya Nadella nutzen inzwischen mehr als 30 Millionen Kunden das Angebot gegen Bezahlung. Drei Monate zuvor waren es noch rund 20 Millionen gewesen. Damit zeigt Microsoft, dass sich Künstliche Intelligenz nicht nur in Rechenzentren, sondern zunehmend auch bei Unternehmenskunden monetarisieren lässt.

Werte aus dem Artikel:
Microsoft Aktie 462,72 $ +2,58%

Besonders erleichtert reagierte die Börse auf die Aussagen zu den Investitionen. Microsoft gab im vierten Quartal 41 Milliarden US-Dollar für Rechenzentren, Chips und weitere Infrastruktur aus. Das waren 70 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Finanzchefin Amy Hood stellte für das laufende Geschäftsjahr jedoch rund 175 Milliarden US-Dollar in Aussicht. Zuvor hatte Microsoft Investitionen von bis zu 190 Milliarden US-Dollar signalisiert.

Die Ausgaben bleiben damit gewaltig, steigen aber nicht so stark wie befürchtet. Gleichzeitig erwirtschaftete Microsoft einen operativen Cashflow von 55,44 Milliarden US-Dollar. Das entsprach einem Plus von 30 Prozent. Die operative Marge hielt sich trotz des teuren Ausbaus der Infrastruktur stabil bei 45,1 Prozent.

Auch der Auftragsbestand liefert Zuversicht. Er wuchs um 45 Milliarden auf 678 Milliarden US-Dollar. Der Anstieg kam vor allem von klassischen Unternehmenskunden und nicht von OpenAI oder anderen großen Entwicklern von Künstlicher Intelligenz. Damit sinkt vorerst die Sorge, Microsoft könne zu stark von einzelnen Großkunden abhängig sein.

Die Analysten reagierten entsprechend positiv. RBC Capital Markets bestätigte die Einstufung "Outperform" und das Kursziel von 640 US-Dollar. Analyst Rishi Jaluria verwies auf den starken Abschluss des Geschäftsjahres und die überraschend hohe Dynamik bei Azure. Morgan Stanley bleibt ebenfalls optimistisch und nennt ein Kursziel von 600 US-Dollar. Barclays senkte das Ziel zwar von 545 auf 512 US-Dollar, hält aber an seiner Kaufempfehlung fest.

Ein Schwachpunkt bleibt die hohe Abhängigkeit von Nvidia. Anders als Google mit seinen eigenen Prozessoren oder Amazon mit Trainium verfügt Microsoft bislang nicht über einen eigenen Chip, der sich im Markt breit durchgesetzt hat. Dennoch liefert der Konzern derzeit genau die Argumente, auf die Anleger gewartet haben: schnelleres Cloud-Wachstum, steigende Nutzerzahlen, stabile Margen und eine etwas diszipliniertere Investitionsplanung.

Vom angeblichen Software-Schreckgespenst ist nach diesen Zahlen wenig übrig. Microsoft macht im Wettlauf mit Google und Amazon wieder Boden gut. Der Konzern zeigt, dass seine Milliardeninvestitionen zunehmend in Umsatz, Aufträge und zahlende Kunden münden. Die Aktie ist damit zurück im Rennen um die Krone unter den großen Technologiewerten.

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Redaktion Ariva/MW


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