BERLIN (dpa-AFX) - Bundesverkehrsminister Steffen Bilger kann sich Zugangskontrollen an großen deutschen Bahnhöfen vorstellen. Im Fernverkehr könne es sinnvoll sein, den Zugang zu den Bahnsteigen stärker an eine gültige Fahrkarte zu knüpfen, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
Für dich zusammengefasst:
Bilger kann sich Zugangskontrollen an Bahnhöfen vorstellen.
In Frankreich und Großbritannien gibt es bereits solche Kontrollen.
Bilger plant eine schnellere Ausstattung mit Drohnendetektionstechnik.
"In anderen Ländern ist es teilweise üblich, dass man im Fernverkehr nur mit der Fahrkarte ans Gleis kommt. Das System ist in Deutschland nicht direkt kopierbar, weil wir historisch gewachsene Bahnhöfe haben." Er halte den Ansatz aber grundsätzlich für sinnvoll und sehe Potenzial, ihn auch in Deutschland weiterzuentwickeln und praktisch zu erproben, sagte Bilger.
In Frankreich und Großbritannien etwa sind solche Kontrollen bereits verbreitet. Dort gelangen Reisende an vielen Bahnhöfen nur nach elektronischer Ticketprüfung durch Zugangsschleusen und elektronische Schranken zu den Bahnsteigen.
Bilger sieht zugleich eine wachsende Bedrohung für die Verkehrsinfrastruktur. "Es gibt leider viele Fälle, in denen Verkehrsinfrastruktur angegriffen wird - bei Schienenstrecken, der Energieversorgung, auf Wasserstraßen und im Flugverkehr", sagte er. "Es ist eine neue Realität, der wir uns sehr bewusst sind." An sensiblen Stellen müsse der Schutz verbessert werden, zudem müsse nach einem Vorfall eine schnelle Reaktion möglich sein. Auch die Digitalisierung könne helfen, Probleme früher zu erkennen.
Mit Blick auf Drohnenvorfälle an Flughäfen kündigte Bilger eine schnellere Ausstattung der internationalen Flughäfen mit Drohnendetektionstechnik an. Die Deutsche Flugsicherung habe vom Ministerium den Auftrag erhalten, entsprechende Technik zu beschaffen./sl/DP/zb
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