Bilfinger kappt Prognose: Bis zu 1.500 Jobs sollen wegfallen – Aktie stürzt ab!
Julian Schick
Julian Schick
Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.
Bilfinger kappt seine Jahresziele für 2026 deutlich und kündigt einen Abbau von bis zu 1.500 Stellen an. Grund ist die schwache Nachfrage im Zuge des andauernden Nahost-Konflikts. Die Aktie bricht regelrecht ein.
Für dich zusammengefasst:
Bilfinger senkt Prognose und plant bis zu 1.500 Jobabbau.
Die Aktie fiel zeitweise um fast 25 Prozent.
Für 2026 rechnet Bilfinger mit einem Umsatz von 5,3 bis 5,7 Milliarden.
Bei Bilfinger herrscht Alarmstimmung. Der Industriedienstleister hat am Abend überraschend seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr gesenkt und gleichzeitig einen umfangreichen Stellenabbau angekündigt. Bis zu 1.500 Arbeitsplätze sollen weltweit wegfallen.
Anleger reagierten geschockt, der Kurs brach zeitweise um fast ein Viertel ein und steuert damit auf ein Mehrjahrestief zu. Am Vormittag notiert die Aktie im Xetra-Handel immer noch mehr als 20 Prozent im Minus.
Konkret rechnet Bilfinger für 2026 nun mit einem Umsatz zwischen 5,3 und 5,7 Milliarden Euro, etwas weniger als die zuvor avisierten 5,4 bis 5,9 Milliarden. Deutlich stärker fällt der Einschnitt bei der Profitabilität aus: Statt einer Ebita-Marge von 5,8 bis 6,2 Prozent kalkuliert der Vorstand jetzt nur noch mit 3,2 bis 3,6 Prozent.
Auch beim freien Cashflow schraubt das Unternehmen seine Erwartungen zurück, von bislang 250 bis 300 Millionen Euro auf nunmehr 180 bis 220 Millionen Euro. Rechnet man die Kosten des neuen Sparprogramms heraus, ergäbe sich immerhin eine bereinigte Marge von 4,6 bis 5,0 Prozent.
Als Ursache nennt Bilfinger die anhaltend schwache Nachfrage vieler Kunden, die sich angesichts des fortdauernden Konflikts zwischen den USA und dem Iran mit Investitionsentscheidungen zurückhalten. Schon bei den Halbjahreszahlen hatte sich der Konzern vorsichtiger gezeigt und nur das untere Ende seiner damaligen Zielspanne für realistisch gehalten.
Um gegenzusteuern, hat der Vorstand das Sparprogramm mit dem Namen Agile beschlossen. Dafür sollen im vierten Quartal Rückstellungen von rund 75 Millionen Euro gebildet werden, die das Ergebnis 2026 belasten. Ab 2028 soll das Programm dann jährlich einen Ergebnisbeitrag von etwa 75 Millionen Euro liefern. An den mittelfristigen Zielen für das Jahr 2030 hält Bilfinger trotz der aktuellen Turbulenzen fest.
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