BERLIN (dpa-AFX) - Die Bundesregierung wirft Russland vor, das Treffen der Außenminister beider Länder für Propaganda zu missbrauchen. Es gebe den Versuch, das Treffen propagandistisch zu instrumentalisieren, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin.
Für dich zusammengefasst:
Deutschland wirft Russland vor, Treffen zu missbrauchen.
Wadephul traf sich mit Lawrow am Rande der UN-Versammlung.
Das Gespräch dauerte 20 Minuten und brachte keine Annäherung.
"Wir wissen natürlich um, sage ich mal, den propagandistischen Mehrwert eines physischen Treffens, der ja auch von russischer Seite entsprechend genutzt wird und genutzt wurde", sagte der Sprecher. "Dennoch war es, glaube ich, an dieser Stelle vertretbar, ein physisches Treffen zu haben, um auch noch einmal klarzumachen, was unsere Positionen sind."
Gespräch ohne Annäherung
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) hatte sich am Samstag am Rande der UN-Generalversammlung in New York mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow getroffen. Das erste bilaterale Treffen der Außenminister der beiden Länder seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine dauerte 20 Minuten.
In dem Gespräch ging es nach deutschen Angaben um den Ukraine-Krieg und den Fund einer mit Sprengstoff präparierten Drohne am Leipziger Flughafen, für den die Bundesregierung Russland verantwortlich macht - was Moskau zurückweist. Nach Einschätzung Lawrows brachte die Unterredung nichts Neues. Er habe dem deutschen Außenminister gesagt: "Sie hätten mich einfach anrufen und mir sagen können "Lesen Sie meine Erklärung"."
Wer hat das Treffen angefragt?
Wadephul sagte in den ARD-"Tagesthemen", Russland zeige derzeit "bedauerlicherweise" keine Bereitschaft, in eine konstruktive Verhandlungsposition zu gehen.
Deutschland habe das Treffen am Vortag in "letzter Minute" angefragt, sagte Lawrow. Der Sprecher des Auswärtigen Amts wollte nicht bestätigen, dass Deutschland um das Treffen gebeten habe. Auf Bitten mehrerer anderer Staaten habe Wadephul auch die Blockade von Getreideexporten über das Schwarze Meer angesprochen./hrz/DP/jha
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