Pascal Grunow war bereits drei Jahre lang als Werkstudent in der Redaktion von BörsenNEWS tätig und ist heute Teil der Redaktion von Wallstreet-Online. Sein Schwerpunkt liegt vor allem auf Kryptothemen, bei denen er aktuelle Marktbewegungen und Trends rund um digitale Währungen aufbereitet.
Der niederländische Chipausrüster ASML hebt seine Umsatzprognose erneut an. Der KI-Boom sorgt inzwischen für derart volle Auftragsbücher, dass der Konzern den Bedarf seiner Kunden in den kommenden zwei Jahren voraussichtlich nicht vollständig bedienen kann.
Gewinn übertrifft Erwartungen deutlich
ASML hat im dritten Quartal einen Nettogewinn von 4,96 Milliarden Euro erzielt und damit die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Diese hatten laut LSEG lediglich mit 4,1 Milliarden Euro gerechnet. Der Umsatz erreichte 11,66 Milliarden Euro und blieb damit knapp unter der Prognose von 11,72 Milliarden Euro.
Angesichts der anhaltend hohen Nachfrage hob der Konzern seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2026 an. ASML erwartet nun Erlöse zwischen 44 und 45 Milliarden Euro. Zuvor hatte die untere Grenze noch bei 43 Milliarden Euro gelegen.
Für das vierte Quartal stellt das Unternehmen einen Umsatz zwischen 14,2 und 15,2 Milliarden Euro in Aussicht.
Nachfrage übersteigt Produktionskapazitäten
Besonders bemerkenswert ist der langfristige Ausblick. ASML geht davon aus, dass seine derzeit geplanten Produktionskapazitäten nicht ausreichen werden, um die Nachfrage in den Jahren 2027 und 2028 vollständig zu bedienen.
Konzernchef Christophe Fouquet erklärte, dass die Kunden ihre kurz- und mittelfristigen Bedarfsprognosen aufgrund der erwarteten Höhe und Dauer der KI-Investitionen kontinuierlich nach oben korrigieren.
Einige Kunden interessieren sich inzwischen sogar für Bestellungen mit Lieferterminen in den Jahren 2029 und 2030. ASML prüft deshalb, seine Produktionskapazitäten bis 2028 noch stärker auszubauen als bislang vorgesehen.
KI-Boom treibt das EUV-Geschäft
ASML besitzt eine einzigartige Stellung in der Halbleiterindustrie. Das Unternehmen ist weltweit der einzige Hersteller hochmoderner EUV-Lithografiemaschinen, die für die Produktion besonders leistungsfähiger Chips benötigt werden. Zu den wichtigsten Kunden gehören TSMC, Samsung und Intel.
Finanzchef Roger Dassen zufolge dürfte das EUV-Geschäft 2026 um mehr als 45 Prozent wachsen. Es ist damit ein wesentlicher Treiber des erwarteten Umsatzwachstums von insgesamt 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Zusätzliche Wachstumschancen verspricht die nächste Maschinengeneration High-NA-EUV. Eine einzelne Anlage kostet 400 Millionen US-Dollar.
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