Angriff auf die Unveränderlichkeit? Mt.Gox-Vorstoß spaltet die Bitcoin-Community
Mark Karpelès will 79.956 gestohlene Bitcoin per Hard Fork zurückholen. Der Vorstoß stellt die Unveränderlichkeit der Blockchain infrage und sorgt für Debatten in der Community.
Mark Karpelès, ehemaliger CEO der insolventen Krypto-Börse Mt. Gox, hat einen Vorschlag zur Wiederherstellung von knapp 80.000 Bitcoin eingebracht, die bei dem Hack der Plattform entwendet wurden.
Er stellte klar, dass es sich dabei um einen Hard Fork handeln würde, da eine bislang ungültige Transaktion gültig gemacht werde. Sämtliche Nodes müssten vor der Aktivierung ein Upgrade durchführen. Ziel sei es, eine Diskussion in der Community anzustoßen.
Im Forum Bitcointalk stieß der Vorschlag auf Kritik. Nutzer warnten vor einem Präzedenzfall, der das Prinzip der Unveränderlichkeit von Bitcoin gefährden könne. Karpelès verwies dagegen auf den Sondercharakter des Falls.
“Auf keinen Fall, der Ruf von Bitcoin würde leiden und der Wert von BTC würde auf null sinken”, schreibt ein Nutzer auf Bitcointalk.
Die Debatte um Mt. Gox rückt BTC erneut in den Fokus vieler Anleger. Wer selbst investieren möchte, kann dies etwa über Coinbase tun – Neukunden erhalten dort aktuell 30 Euro in Bitcoin, wenn sie mindestens den gleichen Betrag einzahlen.
Einige Personen, die eigenen Angaben zufolge von der Mt.-Gox-Insolvenz betroffen sind, unterstützten den Vorschlag. Ein Gläubiger erklärte, er habe im Rahmen des Verfahrens rund 15 Prozent seiner ursprünglichen Bestände zurückerhalten und würde gerichtliche Schritte zur Sicherung der verbliebenen BTC befürworten.
“Es ist so gut wie ausgeschlossen, dass so etwas jemals durch Bitcoin Core oder Bitcoin Knots umgesetzt wird”, heißt es auf Bitcointalk. Bitcoin Core ist die wichtigste Software zur Umsetzung der Bitcoin-Regeln, Bitcoin Knots eine darauf basierende Alternative. Beide stehen für die Unveränderlichkeit der Blockchain – eine gezielte Regeländerung zur Rückholung einzelner Bestände würde daher wohl weder von den Entwicklern noch von der Mehrheit der Node-Betreiber akzeptiert werden.
Mt. Gox war von 2010 bis 2014 die größte Krypto-Börse der Welt und wickelte zeitweise rund 70 Prozent aller BTC-Transaktionen ab. Nach Verlusten von insgesamt rund 850.000 BTC meldete das Unternehmen im Februar 2014 in Tokio Insolvenz an.
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