Der klassische Closed-End-Fund Adams Diversified Equity Fund (ADX) hat den neuen Covered-Call-ETF GPJX Global X S&P 500 Covered Call & Growth ETF im bisherigen Jahresverlauf 2024 deutlich übertroffen. Eine Analyse auf Seeking Alpha zeigt, dass ADX trotz seiner "old school"-Struktur in mehreren zentralen Kennziffern – Total (Total Aktie) Return, Bewertung und Risiko-Ertrags-Profil – vorn liegt und damit eine bemerkenswerte Alternative zu trendigen Optionsstrategien bietet.
Die Untersuchung auf Seeking Alpha vergleicht ADX, einen aktiv gemanagten, seit 1929 bestehenden US-Aktien-Closed-End-Fund, mit GPJX, einem im Mai 2024 aufgelegten S&P-500-Covered-Call-ETF. ADX verfolgt eine klassische Long-Only-Equity-Strategie mit Fokus auf Large Caps und schüttet langfristig eine jährliche Mindestsumme an Dividenden aus, während GPJX durch systematische Covered-Call-Schreibungen auf den S&P 500 ein höheres laufendes Einkommen generieren will.
Im laufenden Jahr hat ADX einen deutlich höheren Total Return erzielt als GPJX. Während GPJX zwar ein hohes nominales Ausschüttungsniveau aufweist, bleibt die Gesamtperformance hinter der klassischen Aktienstrategie von ADX zurück. Der Artikel stellt heraus, dass ADX langfristig eine starke Wertentwicklung gegenüber dem S&P 500 gezeigt hat, insbesondere unter Einbeziehung des Wiederanlegens der Ausschüttungen.
Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Struktur: ADX ist ein Closed-End-Fund, der häufig mit einem Abschlag (Discount) zum Net Asset Value (NAV) gehandelt wird. Dieser Discount stellt für Käufer potenziell eine zusätzliche Renditequelle dar, falls er sich im Zeitverlauf einengt. Bei GPJX handelt es sich um einen ETF, der in der Regel sehr nahe am NAV notiert und somit keinen vergleichbaren Discount-Effekt bietet.
Die Covered-Call-Strategie von GPJX begrenzt die Partizipation an starken Kursanstiegen des Marktes. In Phasen kräftiger Aufwärtsbewegungen performt eine solche Strategie typischerweise schwächer als ein ungehedgtes Aktienportfolio. ADX hingegen profitiert voll von Kursanstiegen seiner Beteiligungen, was in einem Bullenmarktumfeld zu einer überlegenen Wertentwicklung führen kann, wie sie in der Analyse dokumentiert wird.
Der Artikel betont zudem, dass ADX über eine lange Historie stabiler und planbarer Ausschüttungen verfügt. Ein zentrales Merkmal ist die Zielsetzung des Fonds, eine jährliche Mindestsumme an Dividenden zu zahlen. Dies verschafft einkommensorientierten Anlegern eine hohe Visibilität bezüglich der Cashflows. GPJX generiert zwar laufendes Einkommen aus Prämien der Covered Calls, hat jedoch als junges Produkt noch keine Langzeithistorie, an der sich Nachhaltigkeit und Zuverlässigkeit messen lassen könnten.
Ein weiterer in der Analyse hervorgehobener Punkt ist das Risiko-Rendite-Profil. ADX weist historisch eine robuste Sharpe Ratio und ein attraktives Verhältnis von Rendite zu Volatilität auf. Die Autoren zeigen, dass die Kombination aus aktivem Management, Discount-Effekt und langfristiger US-Large-Cap-Ausrichtung ein überzeugendes Profil für Langfristinvestoren geschaffen hat. GPJX befindet sich dagegen noch in einer sehr frühen Phase, in der belastbare Zeitreihen zur Beurteilung seiner risikoadjustierten Performance fehlen.
In der Bewertungsperspektive wird deutlich, dass der aktuell bestehende Abschlag von ADX zum NAV ein zentrales Argument für das Chancen-Risiko-Verhältnis darstellt. Die Analyse führt aus, dass dieser Discount historisch schwankte und Phasen der Einengung zusätzliche Kursgewinne ermöglichten, die über die reine Entwicklung des zugrunde liegenden Portfolios hinausgehen. Ein ETF wie GPJX bietet diese potenzielle zusätzliche Wertquelle naturgemäß nicht.
Zudem hebt der Artikel hervor, dass ADX als breit diversifizierter, aktiv gemanagter US-Equity-Fund eine hohe Transparenz über die gehaltenen Positionen sowie eine lange dokumentierte Managementleistung bietet. GPJX folgt einem regelbasierten Ansatz, der die S&P-500-Exponierung mit systematischen Covered-Call-Schreibungen kombiniert, ohne eine vergleichbare Historie der Strategy-Resilienz in unterschiedlichen Marktphasen vorweisen zu können.
Die Analyse auf Seeking Alpha kommt zu dem Schluss, dass ADX als "old school"-Equity-Vehikel im bisherigen Marktumfeld das vermeintlich moderne Covered-Call-Konzept von GPJX klar geschlagen hat. Während Covered-Call-Strategien in seitwärts tendierenden oder volatilen Märkten ihren Charme haben, zeigt das bisherige Jahr, dass ein klassischer, substanzorientierter Aktienfonds mit Discount-Struktur und stabiler Ausschüttungspolitik für Anleger derzeit die bessere Balance aus Ertrag und Risiko liefern kann.
Fazit für konservative Anleger
Für konservative Anleger mit Fokus auf Substanzerhalt und planbare Ausschüttungen legt die Analyse nahe, ADX als potenziell attraktives Basisinvestment in Betracht zu ziehen und trendigen Covered-Call-Produkten wie GPJX mit Vorsicht zu begegnen, solange keine belastbare Langzeithistorie vorliegt. Eine defensiv geprägte Anlagestrategie könnte darin bestehen, Positionen in etablierten, rabattierten Closed-End-Funds wie ADX schrittweise aufzubauen und den Einsatz neu aufgelegter Covered-Call-ETFs nur als Beimischung in begrenzter Größenordnung zu prüfen.