9 Milliarden US-Dollar schwer: Dieser Investor will der neue Warren Buffett werden
Ingo Kolf
Ingo Kolf
Ingo Kolf bringt über zwei Jahrzehnte Erfahrung im internationalen Finanzjournalismus mit, darunter 19 Jahre beim Nachrichtendienst Bloomberg, mit Stationen in Frankfurt und sechs Jahren in New York. Seine fundierte Expertise umfasst die Bereiche Makroökonomie, Wirtschaftspolitik und globale Zinsentscheidungen, mit einem besonderen Fokus auf die Devisenmärkte und bewährte Dividendenstrategien. Bei ARIVA.DE ordnet er die großen wirtschaftlichen Trends unserer Zeit in tiefgehenden Hintergrundberichten und Analysen ein.
Warren Buffett ist von der Spitze seines Investmentimperiums Berkshire Hathaway abgetreten. Doch ein anderer Wall-Street-Milliardär schickt sich an, in seine Fußstapfen zu treten: Bill Ackman. Der 60-Jährige bewundert Buffett seit Jahrzehnten. Jetzt will er dessen Erfolgsmodell nachbauen.
Vom Hedgefonds-Manager zum Milliardeninvestor
Ackman gehört zu den bekanntesten Investoren der Wall Street. Das US-Magazin Forbes schätzte sein Privatvermögen zuletzt auf rund 9 Milliarden US-Dollar. Den Grundstein legte er 2004 mit seiner Investmentgesellschaft Pershing Square.
Sein Erfolgsrezept: Ackman konzentriert sich auf wenige Unternehmen, deren Börsenwert seiner Einschätzung nach deutlich unter ihrem tatsächlichen Wert liegt. Anders als Buffett scheute er dabei lange keine Konfrontation mit dem Management.
Seine Bilanz kann sich sehen lassen. Anleger, die seit der Gründung 2004 investiert blieben und später in Pershing Square Holdings wechselten, erzielten bis Ende 2025 durchschnittlich 16,2 Prozent Rendite pro Jahr auf Basis des Nettoinventarwerts. Der S&P 500 brachte es im gleichen Zeitraum auf 10,7 Prozent.
Aus 10.000 US-Dollar wären rechnerisch rund 274.000 US-Dollar geworden. Allerdings verlief Ackmans Karriere keineswegs ohne Rückschläge. Besonders seine Wetten auf Herbalife und Valeant brachten ihm Milliardenverluste ein. Auch 2026 hinkten seine Fonds dem Gesamtmarkt deutlich hinterher.
Mit Howard Hughes Holdings will Ackman nun einen eigenen Investmentkonzern nach dem Vorbild von Berkshire Hathaway schaffen. Herzstück ist der für rund 2,1 Milliarden Dollar (Dollarkurs) übernommene Spezialversicherer Vantage.
Das Prinzip: Versicherungen kassieren Beiträge, lange bevor sie mögliche Schäden bezahlen müssen. Die zwischenzeitlich verfügbaren Mittel können investiert werden. Buffett nutzte dieses Modell jahrzehntelang, um Milliarden für Unternehmensübernahmen und Aktienkäufe einzusetzen.
Ackman will zusätzlich Kapital aus dem Immobiliengeschäft von Howard Hughes freisetzen. Bis zu drei Milliarden Dollar könnten innerhalb von fünf Jahren verfügbar werden.
Der Investor sieht enormes Potenzial: Sollte seine Strategie aufgehen, könnte sich der Aktienkurs von Howard Hughes bis 2030 theoretisch verdreifachen. Das Management hält einen Unternehmenswert von 211 Dollar je Aktie für erreichbar. An der Börse notierte das Papier zuletzt bei rund 70 Dollar.
So können deutsche Anleger Ackmans Strategie kopieren
Wer auf Ackmans neues Berkshire setzen möchte, kann die Aktie von Howard Hughes Holdings (HHH) kaufen. Allerdings ist der Umbau noch längst nicht abgeschlossen.
Eine Alternative ist Pershing Square Holdings (ISIN: GG00BPFJTF46). Die in London notierte Investmentgesellschaft bündelt Ackmans Aktieninvestments und ist grundsätzlich auch für deutsche Anleger über Broker mit entsprechendem Börsenzugang handelbar.
Auch der neue US-Fonds Pershing Square USA (PSUS) bildet Ackmans Strategie ab. Für deutsche Privatanleger kann der Erwerb allerdings durch europäische Produktvorschriften eingeschränkt sein.
Wer das Erfolgsrezept selbst umsetzen möchte, kann sich an Ackmans Grundsätzen orientieren: Qualitätsunternehmen mit Wettbewerbsvorteilen auswählen, auf attraktive Bewertungen achten und langfristig investiert bleiben.
Allerdings ist seine Konzentration auf wenige Aktien riskant. Und ob aus Howard Hughes tatsächlich ein zweites Berkshire Hathaway wird, muss Ackman erst beweisen.
Autor: Ingo Kolf, Ariva.de-Redaktion
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