US-Außenminister Marco Rubio hatte mitgeteilt, die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) habe die Proteste damals brutal niederschlagen lassen und versuche aktiv, Fakten zu zensieren. "Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung sind menschliche Prinzipien, die die KPCh nicht auslöschen kann", schrieb er zudem auf der Online-Plattform X.
Was damals geschah
Mit dem Tod von Reform-Hoffnungsträger und KP-Generalsekretär Hu Yaobang Mitte April 1989 erhob sich in Peking eine Bewegung für mehr Mitsprache und gegen Korruption. Die Regierung bekam die mehrwöchigen Proteste nicht in den Griff und schickte das Militär, um diese zu zerschlagen. Am frühen Morgen des 4. Juni 1989 kamen in den Straßen um den Tian'anmen-Platz Hunderte Menschen etwa durch Schüsse ums Leben. Die genau Opferzahl ist bis heute nicht bekannt.
Aktivisten forderten zum Jahrestag freies Gedenken, Aufklärung und Entschädigung für die Hinterbliebenen. Dieses nationale Trauma sei absichtlich vertuscht worden, teilten die "Mütter des Tian'anmen" mit.
Gedenken kaum noch möglich
Offiziell gedacht wird der Opfer in China nicht. Ein Video der deutschen Botschaft auf Chinas Online-Plattform Weibo, das eine brennende Kerze zeigte, wurde nach rund zwei Stunden von der Zensur entfernt.
In der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong, wo jahrzehntelang am 4. Juni mit Kerzen an die Opfer erinnert wurde, ist das öffentliche Gedenken ebenfalls nahezu vollständig verschwunden. Stattdessen fand dort zum dritten Mal in Folge ein von der Regierung unterstützter "Heimatmarktrummel" statt. Organisiert von patriotischen Vereinigungen, wurden Verkaufsstände und eine Bühne auf den Sportplätzen des Victoria Parks aufgebaut - genau dort, wo früher stets eine große Mahnwache stattfand.
In Taiwan, wo es noch öffentliche Gedenkveranstaltungen gibt, erklärte Präsident Lai Ching-te, autoritäre Regime löschten die Geschichte aus. Taiwan sei entschlossen, gemeinsam mit gleichgesinnten Partnern Demokratie und Menschenrechte zu verteidigen./jon/DP/stw
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