- Trump fordert Iran zu einem Abkommen auf.
- US-Regierung prüft Ölpreis-Anstieg auf bis zu 200 US-Dollar.
- Brent-Preis stieg über 105 US-Dollar je Barrel.
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Präsident Donald Trump hat den Iran am Donnerstag erneut zu einem Abkommen aufgefordert. Bei einer Kabinettssitzung im Weißen Haus sagte er, Teheran könne seine nuklearen Ambitionen jetzt endgültig aufgeben und einen neuen Kurs einschlagen. Andernfalls müsse das Land mit weiteren Angriffen der Vereinigten Staaten und Israels rechnen. Trump drohte, man werde den Iran sonst "weiter in die Luft jagen".
Die Aussagen fielen in einer Phase, in der hinter den Kulissen weiter verhandelt wird. Ein hochrangiger iranischer Beamter sagte Reuters jedoch, der Vorschlag aus Washington zur Beendigung der inzwischen fast vier Wochen andauernden Kämpfe sei "einseitig und unfair". Gleichwohl liefen die diplomatischen Bemühungen weiter. Reuters zufolge haben die Vereinigten Staaten dem Iran einen 15-Punkte-Plan übermittelt, der über Pakistan zugestellt wurde.
Trump stellte die Lage deutlich optimistischer dar als Teheran. Er sagte, die Iraner sprächen mit Washington und suchten verzweifelt nach einer Einigung. Diese Darstellung weist die iranische Seite zurück. Zugleich nannte Trump iranische Vertreter "großartige Verhandler" und erklärte, er wolle eine Vereinbarung, die die Straße von Hormus wieder öffnet und Teherans militärische Ambitionen beendet. Ob das gelinge, ließ er selbst offen. Er sagte, er wisse nicht, ob beide Seiten dazu bereit seien.
Wie ernst die Regierung der Vereinigten Staaten die Lage nimmt, zeigt ein weiterer Bericht von Bloomberg. Demnach prüfen Regierungsvertreter intern, was ein Anstieg des Ölpreises auf bis zu 200 US-Dollar je Barrel für die Wirtschaft bedeuten würde. Dabei handelt es sich nicht um eine Prognose, sondern um eine Stresstest-Analyse für extreme Szenarien. Die Regierung wolle damit auf alle Eventualitäten vorbereitet sein, auch auf einen langen Krieg.
An den Märkten ist die Nervosität bereits angekommen. Reuters zufolge stieg der Brent-Preis am Donnerstag über 105 US-Dollar je Barrel. Das Rohöl der Vereinigten Staaten kletterte ebenfalls. Gleichzeitig gaben Aktienindizes weltweit nach, während der US-Dollar zulegte. Anleger fürchten, dass ein anhaltender Krieg über höhere Energiepreise auf Inflation, Wachstum und Zinserwartungen durchschlägt.
Aus Teheran kamen zuletzt Signale, dass eine Verhandlungslösung nicht völlig ausgeschlossen ist. Reuters berichtet, der Iran prüfe den Vorschlag aus Washington weiter, verlange aber einen realistischeren Ansatz. Zu den iranischen Bedingungen zählen demnach ein dauerhafter Stopp der Angriffe sowie weitergehende Zusagen der Gegenseite. Damit bleibt eine schmale Tür für Diplomatie offen.
Für die Märkte ist das die entscheidende Botschaft. Solange unklar bleibt, ob aus den Gesprächen ein belastbarer Waffenstillstand wird, bleibt der Ölpreis der wichtigste Taktgeber. Steigt er weiter, wächst auch der Druck auf Konjunktur und Börsen. Kommt es dagegen zu einer Einigung, könnte ein Teil der Kriegsprämie rasch aus dem Markt weichen.
Autor: sbh-Redaktion/neb
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