FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Experten vom Vermögensverwalter HQ Trust sehen Gold (Goldkurs) trotz der jüngsten Schwäche nach wie vor in einem intakten strukturellen Aufwärtstrend. Allerdings seien Preise über 5.000 US-Dollar, wie der Markt sie im ersten Quartal des laufenden Jahres gesehen hatte, "eine Übertreibung durch spekulativ getriebene Zuflüsse" gewesen, sagte Chief Investment Officer Christian Subbe am Donnerstag in Frankfurt.
Für dich zusammengefasst:
HQ Trust sieht Gold in einem strukturellen Aufwärtstrend.
Die DZ Bank erwartet Goldpreis über 5.000 Dollar in 12 Monaten.
Die strukturelle Zentralbanknachfrage bleibt trotz Zinszyklen.
Bis Ende nächsten Jahres seien derlei Preise zwar "nicht aus der Welt", ergänzte er, betonte aber das Risiko von Schwankungen. "Wir empfehlen Anlegern einen strategischen Blick und damit auch regelmäßig Gewinnmitnahmen." Gold sieht Subbe zudem nur als Beimischung und Inflationsschutz.
"Gold war in den meisten Krisen gefragt, und in den letzten fünf Jahren hat das Edelmetall besser performt als Aktien", sagte er und zog als Vergleich den MSCI All Country World Index heran. HQ Trust selbst ist bei Gold neutral gewichtet.
Die DZ Bank sieht den Goldpreis ebenfalls in einem intakten Aufwärtstrend und ist zugleich ein Stück weit optimistischer. Laut einer am Vortag veröffentlichten Studie erwartet Analyst Thomas Kulp, dass Gold auf Sicht von zwölf Monaten die Marke von 5.000 Dollar (Dollarkurs) wieder erreicht.
Er sieht die Hauptursache für den Kursrutsch in den zinsseitigen Impulsen aus den USA, die allerdings die "kurzfristige Bewertungsebene" beträfen, "nicht aber das langfristige Fundament". So habe erst der US-Arbeitsmarktbericht für Mai die Erwartungen deutlich übertroffen, was die Renditen von US-Staatsanleihen sprunghaft steigen ließ und den Goldpreis belastet habe. Dann sei der Druck durch die erste Zinssitzung unter dem neuen US-Notenbankchef Kevin Warsh weiter gestiegen. Denn dessen Ton habe die Marktteilnehmer veranlasst, ihre Leitzinserwartungen nach oben zu revidieren.
Doch Kulp zufolge trägt die strukturelle Zentralbanknachfrage den Markt unabhängig vom Zinszyklus. Zudem erwartet er 2026 keinerlei Zinsanhebung durch die Fed und rechnet 2027 sogar mit einer Senkung um 0,25 Prozentpunkte in der ersten Jahreshälfte./ck/jsl/jha/
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