Verbraucher zahlen trotzdem drauf
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08.05.2012, 13:02 Uhr
Strompreise an der Börse sinken weiter
Münster – An der Strombörse muss für den deutschen Strom trotz des Atomausstiegs immer weniger bezahlt werden. Von Januar bis April 2012 lag der Preis für deutschen Grundlaststrom am Börsen-Spotmarkt im Durchschnitt bei 4,5 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Vor einem Jahr mussten nach einer Auswertung des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR) im Vergleichszeitraum noch 5,2 Cent/kWh bezahlt werden. Das ist ein Rückgang um 13,5 Prozent für den deutschen Strom. In Frankreich sind die Börsen-Strompreise in diesem Jahr (Januar bis April) dagegen von 5,2 auf 5,4 Cent und damit um 3,9 Prozent gestiegen.
Erneuerbare Energien senken Börsen-Strompreise – Verbraucher zahlen trotzdem drauf
Der Hauptgrund für die sinkenden Börsen-Strompreise ist ausgerechnet der steigende Anteil erneuerbarer Energien, der an der Börse verkauft wird. Stromhändler und Stromeinkäufer der Energieversorger dürften sich über den billigen Strom freuen, nicht aber die Verbraucher. "Wenn für den EEG-Strom im Jahresdurchschnitt nur ein Cent pro Kilowattstunde weniger erlöst wird als 2011, dann sind das Mehrkosten für die Verbraucher in einer Größenordnung von 800 bis 900 Mio. Euro, die an die Stromkunden über eine höhere EEG-Umlage weitergegeben werden", so IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch. Die Höhe der EEG-Umlage bildet sich aus der Differenz zwischen den Zahlungen an den Betreiber einer regenerativen Anlage für den eingespeisten Ökostrom und dem Verkaufserlös an der Börse (sog. Differenzkosten). Sinken die Börsen-Verkaufserlöse für den Strom aus erneuerbaren Energien wie derzeit, steigen die Differenzkosten und erhöht sich infolge dessen die EEG-Umlage für die Stromverbraucher.