Die Quellen sind sehr schnell erschöpft, so dass immer wieder neue Bohrungen erforderlich werden. Fachleute wiesen in der Zeitschrift "nature" darauf hin, dass sich die Förderleistung einer Bohrung im ersten Jahr um 60 bis 70 % verringere. Es braucht ständig neue Bohrungen, was entsprechend kostet. Allmählich verfliegt die Anfangseuphorie, die von zunächst hohen Produktionszahlen und der Schwäche der US-Konjunktur getragen wurde. Der anfängliche Boom drückte den Preis für Erdgas um beinahe zwei Drittel nach unten.
Das Dilemma mit der nachlassenden Förderleistung zeigt sich an der "Mutter aller Öl-schiefergebiete", dem Eagle-Ford-Ölschieferfeld in Texas. Dort sinkt die Produktion jährlich um 42 %. Um die Gesamtfördermenge zu halten, ist man gezwungen, in demselben Fördergebiet jedes Jahr 1000 neue Bohrungen durchzuführen. Kostenpunkt: 10 bis 12 Mrd. Dollar für ein einziges Feld.
Damit die Firmen ihre Schulden begleichen und den Milliardenaufwand bei den Bohrungen abdecken können, wären drastische Preiserhöhungen notwendig. In Zukunft könnten mehreren Ölkonzernen finanzielle Turbulenzen drohen. In der Folge käme es zu Insolvenzen oder Firmenübernahmen. Investoren würden ihr Kapital abziehen. Dem Fracking würde das Abwracken folgen.
Fracking kann die zu erwartende Verknappung und Verteuerung von Erdöl nicht aufschieben. Trotz anfänglich hoher Fördermengen von Schiefergas und -öl schrumpfen die weltweit bekannten Ölreserven kontinuierlich um jährlich 4,5 bis 6,7 %. Außerdem hat die Ölindustrie die Vorkommen fossiler Energieträger um etwa ein Drittel zu hoch angesetzt, wie eine in der Zeitschrift "Energy Policy" veröffentlichte Studie ergab.
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