Die Vorhersage eines kommenden Crashs ist ein Narrenspiel. Worum es mir hier eher geht, ist eine Beurteilung bzw. Identifizierung der Anfälligkeit, da eine hohe Anfälligkeit ein recht sicherer Garant für eine künftige Krise bzw. Rezession ist. Darauf zu hoffen, dass die Expansion der Zentralbankbilanzen für ewiglich steigende Börsenkurse sorgt, das halte ich eigentlich schon für so ziemlich fahrlässig. Die Expansion der Zentralbankbilanzen sind für mich mittlerweile im Wesentlichen ein gescheitertes politisches Experiment. Denn was während der Krise in 2008 funktioniert hat, das hat während der Erholung doch wohl eher versagt.
So ist das kombinierte nominale BIP der USA, der Eurozone und Japans von 2008 bis 2018 um 5,3 Billionen US-Dollar gestiegen, was nur etwa der Hälfte der Expansion der Bilanzsummen der Zentralbanken von zusammen 10 Billionen US-Dollar im selben Zeitraum entspricht. Die verbleibenden 4,7 Billionen US-$ haben schlicht und ergreifend auch mit dazu verholfen, die Vermögenspreis-Blase aufzupumpen.
Der US-Aktienmarkt ist aktuell signifikant überbewertet. Viele Indikatoren, wie z.B. die Shiller-PE (ca. 31,5) oder auch die Kapitalisierung des US-Aktienmarkts zum BIP (153,1%) belegen das eindeutig. Was jedoch nicht bedeutet, dass es hier nun umgehend zu deutlichen Korrekturen an den US-Börsen kommen muss. Möglicherweise passiert, so wie auch zur Jahrtausendwende gesehen, exakt das Gegenteil und die Kurse laufen noch ein gutes Stück weit in Richtung Norden.
Wobei jedoch als gesichert anzunehmen ist, dass ein weiterer starker Anstieg der US-amerikanischen Aktienmärkte ohne eine wesentliche Beschleunigung des Wirtschafts- und Gewinnwachstums nur der Errichtung eines noch größeren Potemkinschen Dorfes gleichkommt.
Am Ende des Jahres 2019 belief sich das reale BIP-Wachstum in den USA auf weniger als 2%, die Wachstumsprognosen für die Eurozone und Japan für 2020 liegt unter 1%. Mit anderen Worten: Die grossen entwickelten Volkswirtschaften erleben derzeit eindeutig überbewertete Finanzmärkte, setzen nach wie vor auf eine gescheiterte geldpolitische Strategie, zudem fehlt ihnen auch ein kräftiger Wachstumstreiber, welcher just exakt dann benötigt würde, wenn es aufgrund der wirtschaftlichen Situation dringend geboten ist.
Desweiteren hier anbei noch eine aktuelle Info von denjenigen Leuten, die sich sehr nahe am wirtschaftlichen Geschehen befinden:
"Nearly all corporate CFOs say the economy is going to slow and the stock market is overvalued"
Chief financial officers at big U.S. companies entered 2020 on a cautious note, with almost all anticipating an economic slowdown against the backdrop of an overvalued stock market, according to a survey released Thursday.
The Deloitte CFO Signals Survey showed that while the corporate leaders see the economy as “good,” they anticipate that before the year is over, conditions will slow.
They see consumer and business spending slowing, and 82% anticipate taking more defensive actions, like reducing discretionary spending and headcount, as a way to stave off the looming headwinds.....
.....Stock market averages are overvalued, according to 77% of respondents.....
.....Expectations are especially dismal for Europe and China.....
www.cnbc.com/2020/01/09/...-slow-stock-market-overvalued.html
(Verkleinert auf 70%)

