Die US-Konjunktur wird sich nach Auffassung der Notenbank weiter positiv entwickeln. In ihrem Konjunkturbericht konstatiert sie Verbesserungen am Arbeitsmarkt und steigende Konsumausgaben voraus.
Washington - Die US-Wirtschaft ist von Anfang Januar bis Ende Februar weiter moderat expandiert. In allen zwölf Bezirken habe sich das Wachstum beschleunigt, hieß es in dem am Mittwochabend in Washington von der US-Notenbank Federal Reserve veröffentlichten "Beige Book". Im Mitte Januar vorgelegten Bericht waren es nur elf von zwölf Bezirken.
Die US-Wirtschaft ist nach Einschätzung bis Ende Februar weiter moderat gewachsen. Trotz steigender Produktionskosten gebe es kaum Inflationsdruck, heißt es in dem von Fed-Chef Alan Greenspan verantworteten Konjunkturbericht. "Die Preise bei den Einzelhändlern blieben alles in allem praktisch unverändert oder stiegen nur leicht."
Die Arbeitsmarktlage habe sich in fast allen Bezirken zumeist verbessert, zumindest aber gefestigt, hieß es in dem Bericht weiter. Die Löhne stiegen weiterhin moderat an. Die Inflationsdaten seien gemischt, aber relativ unverändert.
Die Konsumausgaben stiegen weiter moderat, hieß es in dem Bericht weiter. Einige Bezirke hätten allerdings über schleppende Autoverkäufe berichtet. Nahezu in allen Distrikten habe die Produktion weiter zugelegt. In den meisten Bereichen habe sich die Kreditnachfrage nur wenig verändert, in einigen seien allerdings Hinweise auf geringe Zuwächse verzeichnet worden.
Börsen von Ölpreis stärker beeinflusst
Die beruhigenden Daten der Fed reichten allerdings an der Wall Street nicht aus, um die Anleger positiv zu stimmen. Der anhaltende Ölpreishöhenflug und aufkommende Furcht vor Zinserhöhungen lösten an der Wall Street Kursverluste aus. Einen Lichtblick in dem unfreundlichen Börsenumfeld boten Aktien von Chipherstellern, die von der erhöhten Prognose des Halbleiterherstellers Xilinx profitierten.
Der Dow Jones verlor im Handelsverlauf 0,64 Prozent auf rund 10.842 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Composite büßte 0,38 Prozent auf rund 2065 Zähler ein. Der Preis für ein Barrel (knapp 159 Liter) leichtes US-Öl stieg im Handelsverlauf um 81 Cent auf 55,40 Dollar. Er war damit nicht weit entfernt von dem im Oktober erreichten Höchststand von 55,65 Dollar.
Ein Börsengang mit Kursverdoppler
Die anhaltend hohen Ölpreise nährten laut Händlern die Sorge, dass die Gewinne der US-Unternehmen geschmälert und die Kauflust der Amerikaner gedämpft werden könnte. Nur kurzzeitig dämpfend hatte sich auf den Ölpreis die Bekanntgabe der US-Ölvorräte ausgewirkt, die dank gestiegener Importe auf das höchste Niveau seit Juli stiegen.
"Die Öllagerbestände sind wie erwartet ausgefallen. Unabhängig von diesen Daten herrscht aber immer noch Furcht (am Markt) vor den Ölpreisen auf diesem Niveau", sagte Tim Ghriskey von Solaris Asset.
Exorbitante Kursgewinne verzeichneten hingegen an ihrem ersten Börsentag die Aktien der elektronischen Optionsbörse International Securities Exchange, die um 57,89 Prozent auf 28,42 Dollar anzogen.