Börsen in Europa: US-Vorgaben stützen Märkte
Die europäischen Börsen können am Dienstag weitgehend freundlicher tendieren. Im Zuge der heutigen Quartalszahlen einiger Unternehmen konnten vor allem die gute US-Vorgaben für eine positive Stimmung am Markt sorgen. Einige Börsen konnten in der Folge auf Jahreshoch, bzw. auf Allzeithoch steigen.
Aus Skandinavien kamen heute die Zahlen von Electrolux und Norsk Hydro. In Österreich erfreute Wienerberger die Anleger. Daneben wurden auch die Verkehrszahlen der Austrian Airlines veröffentlicht. Aus Großbritannien standen noch die Zahlen des Öl- und Gaskonzerns BG Group auf der Agenda.
Indexstände (16.14 Uhr):
Dow Jones EURO STOXX 50: 3.083,45 (+0,25 Prozent)
Dow Jones STOXX 50: 2.924,83 (+0,19 Prozent)
EURONEXT 100: 695,65 (+0,26 Prozent)
FTSE 100 (London): 5.056,1 (+0,28 Prozent)
CAC 40 (Paris): 4.021,01 (+0,22 Prozent)
MIB30 (Mailand): 32.714 (+0,20 Prozent)
IBEX35 (Madrid): 9.622,5 (+0,39 Prozent)
SMI (Zürich): 5.913,1 (+0,00 Prozent)
ATX (Wien): 2.619,19 (+0,60 Prozent)
Unternehmensmeldungen:
Der schwedische Elektronikkonzern Electrolux musste im vierten Quartal aufgrund von Restrukturierungsaufwendungen einen Gewinneinbruch hinnehmen. Wie der Haushaltsgerätehersteller heute bekannt gab, lag der Vorsteuergewinn bei 1,05 Mrd. SEK, was im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einem Rückgang von 33,8 Prozent entspricht. Der Nettogewinn sank demnach gegenüber dem Vorjahresquartal (1,15 Mrd. SEK) um 37 Prozent auf 728 Mio. SEK. Der Umsatz kletterte um 1,1 Prozent auf 28,6 Mrd. SEK. Electrolux erklärte das der operative Gewinn für 2005 ein wenig niedriger ausfallen wird als im Jahr 2004. Deshalb entschloss sich der Konzern, die Verlagerung seiner Produktion in Billiglohnländer zu beschleunigen. Bisher wurde beschlossen, sechs Fabriken zu schließen und von den verbleibenden 27 Fabriken in Hochlohnländern womöglich die Hälfte zu verlagern. Dadurch sollen zwischen 2005 und 2008 Kosten in Höhe von 8 bis 10 Mrd. SEK (1,1 bis 1,4 Mrd. Dollar) entstehen, aber ab 2009 auch Einsparungen zwischen 2,5 und 3,5 Mrd. SEK ermöglicht werden. Gleichzeitig kündigte Electrolux die Ausgliederung der Konzernsparte "Outdoor Products" an, um sich künftig verstärkt auf das Kerngeschäft konzentrieren zu können.
Der norwegische Mischkonzern Norsk Hydro verbuchte im vierten Quartal aufgrund von Sondereffekten einen leichten Gewinnrückgang. Wie der Konzern heute bekannt gab, lag das Betriebsergebnis im Berichtszeitraum bei 6,23 Mrd. NOK, nach 6,37 Mrd. NOK im Vorjahresquartal. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft lag bei 3,64 Mrd. NOK bzw. 14,40 NOK je Aktie, nach 2,99 Mrd. NOK bzw. 11,60 NOK je Aktie. Im vierten Quartal belasteten Sonderabschreibungen in Höhe von 1,5 Mrd. NOK das Konzernergebnis. Beim Konzernerlös verbuchte Norsk Hydro einen Anstieg von 34,21 Mrd. NOK auf 39,05 Mrd. NOK. Im Gesamtjahr kletterte der Konzernerlös aufgrund der höheren Öl- und Erdgasproduktion sowie der höheren Aluminiumpreise von 133,76 Mrd. NOK auf 155,43 Mrd. NOK. Das Betriebsergebnis verbesserte sich von 21,63 Mrd. NOK auf 31,58 Mrd. NOK. Beim Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft lag bei 12,56 Mrd. NOK, bzw. 45,10 NOK je Aktie, nach 10,97 Mrd. NOK bzw. 32,50 NOK je Aktie im Vorjahr.
Der österreichische Baustoffhersteller Wienerberger konnte im abgelaufenen Fiskaljahr aufgrund der starken Nachfrage in Zentral- und Osteuropa ein Rekordergebnis erzielen. Wie der Ziegelhersteller heute bekannt gab, lag der Konzernumsatz nach vorläufigen Berechnungen im Gesamtjahr bei 1.76 Mrd. Euro, was im Vergleich zum Vorjahr (1,54 Mrd. Euro) einer Steigerung von 14 Prozent entspricht. Ohne Berücksichtigung von Wechselkurseffekten verbuchte der Konzern einen Erlösanstieg um 16 Prozent. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Tilgung (EBITDA) verbesserte sich im Vorjahresvergleich von 334,6 Mio. Euro auf 405, 5 Mio. Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) kletterte von 186,1 Mio. Euro um 38 Prozent auf 257,2 Mio. Euro. Damit konnte Wienerberger die eigenen Planziele, welche bei einer Ergebnissteigerung von 10 Prozent gelegen hatten, deutlich übertreffen. Für das abgelaufene Fiskaljahr will Wienerberger die Dividende von 0,77 Euro je Aktie auf 1,00 Euro je Aktie anheben. Für das Gesamtjahr 2005 erwartet Wienerberger eine weiterhin positive Geschäftsentwicklung, wobei man in Zentral- und Osteuropa von einer positiven Nachfrageentwicklung ausgeht. In Westeuropa geht der Konzern ebenfalls von einer Erholung der Nachfrage aus. Insgesamt stellt Wienerberger für das Gesamtjahr eine Ergebnissteigerung von mindestens 10 Prozent in Aussicht.
Die Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) musste im Januar aufgrund der Überkapazitäten und der saisonalen Nachfrageschwäche einen Passagierrückgang hinnehmen. Wie die größte österreichische Fluggesellschaft heute bekannt gab, verbuchte AUA im Berichtsmonat im Vorjahresvergleich einen Passagierrückgang von 1,8 Prozent auf 0,598 Millionen. Die Zahl der angebotenen Sitzkilometer kletterte gegenüber dem Vorjahresmonat um 9,1 Prozent auf 2,291 Milliarden. Die Zahl der verkauften Sitzkilometer verbesserte sich um 2,3 Prozent auf 1,548 Milliarden. Der Sitzladefaktor lag mit 67,6 Prozent um 4,4 Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau.
Novartis, der weltweit sechstgrößte Pharmakonzern, muss eventuell schon bald ihre Ekzemsalbe Elidel mit einem Warnhinweis versehen. Ein externer Ausschuss der FDA berät über einen solchen Packungshinweis, da sich die US-Gesundheitsbehörde Sorgen über eine erhöhte Krebsgefahr insbesondere bei Kindern macht. In den USA erlaubte die FDA bereits im Dezember 2001 den Verkauf von Elidel zur Anwendung gegen Ekzemen bei Patienten ab dem zweite Lebensjahr. Ebenfalls Gegenstand der Diskussion ist die Ekzemsalbe Protopic von Fujisawa Healthcare. Beide Präparate sind Immunsuppressiva und werden lokal auf die Haut aufgetragen. Beide Unternehmen wurden bereits von der FDA zu aufgetretenen Krebsfällen befragt. Da das Risiko aber erst in einigen Jahren abschließend geklärt werden kann, erwägt die Behörde nun einen Warnhinweis vorzuschreiben.
Der französische Telekommunikationsausrüster Alcatel gab heute bekannt, dass er mit der staatlichen nigerianischen Globacom Ltd. ein Abkommen über 685 Mio. Dollar geschlossen hat, das die Implementierung von Mobilfunk- und Festnetz-Multimediadiensten vorsieht. Im Rahmen des Abkommens wird Alcatel das landesweite Mobilfunknetz von Globacom, das aktuell 2,5 Millionen Kunden hat, bis Ende 2005 auf 10,0 Millionen Kunden erweitern. Außerdem soll Alcatel ein neues IP-Netzwerk bereitstellen, mit dem Globacom Triple Play-Services (Sprache, Video, Daten) in Afrika anbieten kann. Zudem haben die Franzosen mit T-Mobile USA, einer Tochter der Deutschen Telekom einen Drei-Jahres-Vertrag unterzeichnet. Demnach setzt der US-Mobilfunkbetreiber auch weiterhin die Alcatel 5020 Spatial Atrium Distributed MSC Lösung zum Ausbau und zur Optimierung seines Mobilfunknetzes ein.
Der britische Öl- und Erdgaskonzern BG Group konnte im abgelaufenen Fiskaljahr aufgrund der anhaltenden Ölpreissteigerung beim Gewinn deutlich zulegen. Wie der Konzern am Dienstag bekannt gab, lag der operative Gewinn im abgelaufenen Fiskaljahr bei 1,52 Mrd. Pfund, nach 1,25 Mrd. Pfund im Vorjahr. Der Nettogewinn vor außerordentlichen Posten verbesserte sich von 683 Mio. Pfund auf 842 Mio. Pfund. Das Ergebnis nach Sondereffekten verbesserte sich von 768 Mio. Pfund bzw. 25,6 Pence je Aktie auf 904 Mio. Pfund bzw. 21,8 Pence je Aktie. Beim Konzernerlös verbuchte die BG Group einen Anstieg von 3,59 Mrd. Pfund auf 4,08 Mrd. Pfund. Des Weiteren hob BG Group die mittelfristigen Ergebnisziele an. So soll die Produktionsmenge im Jahr 2006 von 530.000 Barrel Öläquivalenten pro Tag (BOED) auf 580.000 gesteigert werden. Bei verflüssigtem Erdgas peilt der Konzern für 2006 eine Produktionsmenge von 6,9 Millionen Tonnen an, nachdem man zuvor 6,6 Millionen Tonnen in Aussicht gestellt hatte. Bei der Kapitalrendite erwartet man eine Steigerung um 13 bis 14 Prozent, während man zuvor von einem Anstieg in Höhe von 13 Prozent ausgegangen war.
Der schwedische Telekommunikationsausrüster Ericsson gab heute bekannt, dass er mehrere Abkommen mit internationalen Telekombetreibern geschlossen hat, darunter mit der schwedischen TeliaSonera, der australischen Telstra sowie der Smartone Telecommunications Holdings aus Hongkong. Von TeliaSonera wurde Ericsson demnach für eine Testreihe mit der neuen IMS (IP Multimedia Subsystem)-Lösung ausgewählt. Der Test soll im diesem Frühjahr beginnen und sämtliche skandinavischen Aktivitäten von TeliaSonera umfassen, um in einem diversifizierten Umfeld volle Interoperabilität unter Beweis stellen zu können. Mit der Telstra Corp. Ltd. wurde eine Vereinbarung über fünf Jahre geschlossen. Dabei wurde Ericsson zum Business Partner für die Entwicklung der End-to-End Service Delivery-Lösung von Telstra ernannt. Im Rahmen dieses Abkommens werden umfassende Consulting-Dienste zur Verfügung gestellt. Schließlich wurde der schwedische Konzern von Smartone zum Systemintegrator für eine End-to-End Netzwerkmanagement-Lösung ausgewählt. Damit hat Ericsson seinen ersten Auftrag zur Qualitätssicherung in Hong Kong erhalten.