Börsen in Europa: Schwächer, Tec-Werte belasten
Die europäischen Börsen melden am Dienstagmittag zum Teil deutliche Abschläge. Nach den durchwachsenen US-Vorgaben wirkt sich derzeit auch der Ölpreis belastend auf die Stimmung aus. Im Technologiebereich belasten die Nachrichten von Texas Instruments. Der US-Chip-Konzern hatte gestern seine Prognosen für das erste Quartal gesenkt.
Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline erfreute die Anleger heute mit einer Bekräftigung seiner Prognose. Daneben steht auch die Zukunft des britischen Börsenbetreibers London Stock Exchange im Fokus. Derzeit wird eine Übernahme durch die Vierländerbörse Euronext im wahrscheinlicher. Auch heute standen wieder einige Unternehmenszahlen auf der Agenda. Neben Clariant, legten auch Charles Vögele, Sika und JoWooD ihre Zahlenwerke vor.
Indexstände (13.04 Uhr):
Dow Jones EURO STOXX 50: 3.105,50 (-0,29 Prozent)
Dow Jones STOXX 50: 2.929,39 (-0,20 Prozent)
EURONEXT 100: 706,35 (-0,28 Prozent)
FTSE 100 (London): 5.018,00 (-0,18 Prozent)
CAC 40 (Paris): 4.098,98 (-0,22 Prozent)
MIB30 (Mailand): 32.140 (-0,30 Prozent)
IBEX35 (Madrid): 9.523,10 (-0,24 Prozent)
SMI (Zürich): 6.000,58 (-0,23 Prozent)
ATX (Wien): 2.764,31 (-0,62 Prozent)
Unternehmensmeldungen:
Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline meldete heute, dass er an seiner Ergebnisprognose für 2005 festhält. Die Prognose ist jedoch abhängig vom Ausgang der Gespräche mit den US-Regulierungsbehörden über Produktionsschwierigkeiten beim Werk in Puerto Rico. Demnach rechnet der Konzern - unter dem genannten Vorbehalt - mit einem Wachstum des EPS im niedrigen zweistelligen Prozentbereich (IFRS), wobei konstante Wechselkurse vorausgesetzt werden. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat vergangene Woche den Vertrieb zweier Medikamente wegen produktionsbedingter Bedenken gestoppt. Derzeit arbeitet das Unternehmen mit der FDA zusammen, um so schnell wie möglich eine Lösung zu finden. Analysten gehen jedoch davon aus, dass der Wegfall von US-Umsätzen (Paxil CR, Avandamet) durch die Produktionsschwierigkeiten in Puerto Rico den Konzerngewinn von GlaxoSmithKline in 2005 um mindestens 2 Prozent schmälern könnte. Einige Analysten befürchten in diesem Fall sogar eine Verringerung um bis zu 6 Prozent.
Der britische Börsenbetreiber London Stock Exchange (LSE) wird die Übernahmeverhandlungen mit der Vierländerbörse Euronext Presseangaben zufolge wieder aufnehmen. Wie der britische "Daily Telegraph" unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen berichtet, hatte die LSE zuvor von der Deutschen Börse ein Übernahmeangebot in Höhe von mindestens 600 Pence je Aktie gefordert. Der deutsche Börsenbetreiber hat daraufhin seine Übernahmeofferte in Höhe von 530 Pence je Aktie am vergangenen Sonntag zurückgezogen. Euronext wollte sich hinsichtlich der Verhandlungen mit der LSE nicht äußern. In einer zuvor von der LSE veröffentlichten Pressemitteilung hatte der britische Börsenbetreiber sein Einverständnis über die Fortsetzung der Gespräche mit Euronext über einen möglichen Zusammenschluss geäußert.
Der französische Automobilhersteller Renault gab heute bekannt, dass er seine gesamte Beteiligung an der japanischen Nissan Diesel Motor Co. Ltd. in Höhe von 17,88 Prozent (43,6 Millionen Aktien) verkauft hat. Der französische Konzern hatte sich im März 1999 im Zuge der weltweiten Allianz mit der Nissan Group am viertgrößten Hersteller schwerer Lkw in Japan beteiligt. Das Aktienpaket wurde an die J.P. Morgan Securities Ltd. veräußert, die es wiederum über die Börse verkaufen wird. Der Schritt von Renault erfolgte vor dem Hintergrund, dass sich Nissan Diesel nun erfolgreich restrukturiert hat und bisher immer ein nicht-strategisches Investment war.
Der Schweizer Chemiekonzern Clariant konnte im abgelaufenen Fiskaljahr aufgrund erfolgreicher Kostensenkungsmaßnahmen sowie höherer Absatzpreise in einigen Produktgruppen beim Ergebnis auf vergleichbarer Basis deutlich zulegen. Wie der Chemiehersteller heute bekannt gab, lag das operative Ergebnis im Gesamtjahr bei 530 Mio. CHF, nach 499 Mio. CHF im Vorjahr. Ohne die Berücksichtigung von Goodwill-Abschreibungen und anderer Sondereffekte verbesserte sich der operative Gewinn von 551 Mio. CHF auf 633 Mio. CHF. Der Nettogewinn kletterte gegenüber dem Vorjahr von 97 Mio. CHF auf 150 Mio. CHF. Beim Konzernerlös verbuchte Clariant einen Anstieg von 8,08 Mrd. CHF auf 8,53 Mrd. CHF. Für das laufende Fiskaljahr erwartet Clariant aufgrund des laufenden Kostensenkungsprogramms Einsparungen in Höhe von 300 Mio. CHF, nachdem die Kostenbasis im Vorjahr um 150 Mio. CHF gesenkt werden konnte. Des Weiteren wird für 2005 ein solides Umsatzwachstum erwartet. Auf der kommenden Hauptversammlung werden der Vorstand und der Aufsichtsrat die Ausschüttung von 0,25 CHF je Aktie im Rahmen einer Nennwertherabsetzung von 5,00 CHF auf 4,75 CHF vorschlagen.
Der Schweizer Bekleidungskonzern Charles Vögele gab heute seine Ergebnisse des abgelaufenen Geschäftsjahres 2004 bekannt. Demnach konnte das Unternehmen seinen Reingewinn gegenüber dem Vorjahr auf 37,6 Mio. CHF nur geringfügig erhöhen. Im Vorjahr hatte sich dieser noch auf 37,5 Mio. CHF belaufen. Jedoch musste Charles Vögele auf der Umsatzebene einen Rückgang von 5,8 Prozent auf 1,33 Mrd. CHF hinnehmen, welcher vor allem aus der Entwicklung im zweiten Geschäftsjahresquartal resultierte. Das Unternehmen gab ferner bekannt, dass es seine Nettoverschuldung um 21,3 Prozent auf 221,8 Mio. CHF zurückfahren konnte. Trotz der schlechter als erwarteten Ergebnisentwicklung wird der Verwaltungsrat bei der Generalversammlung der Aktionäre am 13. April eine Dividendenausschüttung von 1,00 CHF je Aktie beantragen. Damit verharrt die Ausschüttung auf dem Niveau des Vorjahres 2003.
Der Schweizer Chemiekonzern Sika veröffentlichte heute seine Ergebnisse des Geschäftsjahres 2004. Diese konnten eine erfreuliche Entwicklung aufweisen. Das Unternehmen bezifferte seinen Nettoumsatz auf 2,56 Mrd. CHF, was einer Steigerung von 12,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entspricht. Währungsbereinigt konnte hier sogar ein Wachstum von 14,3 Prozent erwirtschaftet werden. Sika gab ferner an, dass man seinen operativen Gewinn (EBIT) von 172,3 Mio. CHF im Jahr 2003 auf nun 209,6 Mio. CHF steigern konnte. Dies stellt eine Verbesserung von 21,6 Prozent dar. Das Wachstum des Nettogewinns fiel sogar noch höher aus. Hier erwirtschaftete das Unternehmen eine Steigerung von 29,0 Prozent auf 121,6 Mio. CHF. Der Vorjahreswert hatte sich noch auf 94,3 Mio. CHF belaufen.
Das österreichische Software-Unternehmen JoWooD Productions Software AG musste im abgelaufenen Geschäftsjahr 2004 sowohl beim Umsatz als auch beim Ertrag deutliche Verschlechterungen hinnehmen. Das Unternehmen teilte heute mit, dass sich sein Umsatz von 22,8 Mio. Euro im Vorjahr auf nun 18,4 Mio. Euro reduzierte. Beim EBIT vor Restrukturierung wurde ein negativer Betrag in Höhe von 6,9 Mio. Euro verbucht, nachdem das Unternehmen im Jahr 2003 noch einen Gewinn in Höhe von 3,77 Mio. Euro erzielt hatte. Auch beim Restrukturierungsergebnis musste JoWooD einen negativen Wert von 7,8 Mio. Euro ausweisen. Im Vorjahr hatte man hier noch ein Plus von 3,2 Mio. Euro erwirtschaftet. Infolge dieser nachteiligen Entwicklung belief sich der Nettoverlust auf 21,3 Mio. Euro, nach einem Gewinn von 3,7 Mio. Euro im Jahr 2003.