... daß Yelp auf der Einkaufsliste von Yahoo! stand. Die machten in 2015 etwas über $500 Mio. Umsatz und werden wohl einen kleinen Gewinn von $25 Mio. erwirtschaften. Das Problem bei so "kleinen" Unternehmen ist die Diversifizierung und Monetarisierung des Geschäftsmodells. Es zeigt sich (wie z.B. bei Twitter) immer und immer wieder, dass wenn die Grenzen des Wachstums erreicht sind, das Geschäft lange nicht so viel abwirft, wie man sich das womöglich vorgestellt hat. Immerhin macht Yelp keine Verluste wie Twitter, aber das Wachstum flacht schon ab und da darf man sich schon fragen, wie man eine Marktkapitalsierung von aktuell $1,9 Mrd. rechtfertigen möchte und warum dieses Unternehmen gerade von Yahoo! gekauft werden sollte, die ja selbst keinen Plan haben, wie man seine Reichweite von über 1 Mrd. Nutzern weltweit zu Geld machen könnte!?
Für mich wäre es eine sehr gute Idee gewesen, wenn das Board seinerzeit die Übernahme von AOL (inkl. dessen CEO) vollzogen hätte. Yahoo! wäre wohl auf einen Schlag zum führenden Internet-Nachrichtenmagazin aufgestiegen. Stattdessen wird jetzt Verizon wohl auch noch Yahoo! für einen Apfel und ein Ei übernehmen und diesen Schritt unter seinem Dach vollziehen, weil die Schnarchnasen im Board von Yahoo! noch weniger vom Geschäft verstehen, als die Vorstandsvorsitzende. Das ist aber eine verloren gegangene Gelegenheit, ebenso wie das ausgebliebene Aktienrückkaufprogramm und das Engagement eines findigen und schlauen Investmentberaters, der den Wert der asiatischen Beteiligungen durch geeignete Maßnahmen sicherlich längst optimiert hätte.
Wie es scheint, reißt das Echo der Investoren jetzt nicht mehr ab, aber das kommt mindestens ein halbes Jahr zu spät! Deshalb muss man eigentlich auch diese für ihre (bisherige) Passivität an den Pranger stellen. Überhaupt sollte man mit dem Finger auf diejenigen Investoren zeigen, die derart offensichtliche Fehler des Managements bis heute nicht (öffentlich) angeprangert haben und somit auch nicht eingeschritten sind. Wie könnte ich da (in Zukunft) Vertrauen in solche Fonds (wie BlackRock etc.) aufbauen, wenn sie mit meinem Geld derart fahrlässig umgehen? Gerade dieser Laden, dem inzwischen wohl die größte Einzelposition von Yahoo! gehört (ca. 9%), hätte doch sicherlich im Hintergrund ein paar unsichtbaren Fäden ziehen können, um dem Kindergarten bei Yahoo! ein Ende zu setzen!
Wir haben hier im Thread schon einige Male geglaubt, dass das "Endspiel" um Yahoo! begonnen hat, aber dann hat sich Frau Mayer in ihren Mantel des Schweigens gehüllt und uns einfach auflaufen lassen, während die lauten Investoren wieder verstummten. Ich hoffe, dass das dieses Mal nicht so ist und Frau Mayer bald Geschichte ist...
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